08.01.2021, 12:17 Uhr

Projekt Studierende der OTH Regensburg engagieren sich in Kamerun

Wichtig ist den Initiatoren, die Bevölkerung mitzunehmen und nachhaltig zu unterstützen.  Foto: Green StepWichtig ist den Initiatoren, die Bevölkerung mitzunehmen und nachhaltig zu unterstützen. Foto: Green Step

M'muock und Ndungweh, zwei Dörfer im Süd-Westen Kameruns – hier engagiert sich der Regensburger Verein „Green Step“, der sich seit 2007 für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit einsetzt. Studierende und auch ehemalige Studierende der OTH Regensburg wollen „mit Hilfe umweltfreundlicher Technologien den Lebensstandard der ländlichen Bevölkerung nachhaltig verbessern“, so die Idee.

Regensburg. In M'muock sinkt der Grundwasserspiegel, da die Bäume rund um den Brunnen viel Wasser benötigen, aber noch nicht genug Schatten spenden. Eine Lösung wäre, die Bäume zu fällen und neue zu pflanzen – Bäume, die weniger Wasser benötigen und mehr Schatten spenden. Dazu ist eine Baumschule vor Ort nötig, die die jungen Pflanzen aufziehen kann. Hinzu kommt, dass die Straßen in der Region schlecht und die finanziellen Mittel begrenzt sind. Diese Herausforderungen müssen gemeistert werden.

Ziel des Projektes ist es, auch eine Stromversorgung durch erneuerbare Energien zu sichern, die Menschen vor Ort in erneuerbarer Energietechnologie auszubilden, die nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen und lokale Unternehmen zu fördern. Gleichzeitig wird auch die Umweltbelastung vermindert. So entsteht auf Dauer ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Dass es soweit gekommen ist, hat viele Ursachen. Abholzung und Ackerbau, der nicht an das Ökosystem abgepasst ist, Überweidung und Buschfeuer, Mangel an gesetzlichen Regelungen und fehlendes Umweltschutzwissen haben dazu beigetragen. Hier soll der Bevölkerung nun vermittelt werden, wie wichtig die Bäume sind. Auch praktisches Wissen, welche Bäume geeignet sind, ist wichtig. So sollen zum Beispiel Obstbäume angebaut werden, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen.

Und es geht voran: Von September 2019 bis Februar 2020 konnten bereits 590 Bäume gepflanzt werden – und dann kam das Coronavirus. Nur 3.420 von 5.000 geplanten Bäumen wurden bislang gepflanzt. Die Bäume gehören dem Dorf, nur die auf den Feldern gepflanzten sind in Privatbesitz. 400 Avocadobäume „dienen als Einnahmequelle zur Sicherung der Existenz und sind somit essentieller Bestandteil des Projekts“, obwohl sie viel Wasser benötigen. Doch durch die Einnahmen aus der Ernte steige die Akzeptanz des Projektes in der Bevölkerung. „Die Zahl der Avocadobäume soll langfristig natürlich minimiert werden, indem alternative Einnahmequellen aufgezeigt werden“, so der Plan für die Zukunft. Die biologische Vielfalt, die fast verloren gegangen ist, soll wieder hergestellt werden.

Die Studentinnen und Studenten der OTH Regensburg suchen nun nach Unternehmen, die das Projekt in Kamerun unterstützen wollen. „Wir haben und darauf geeinigt, bevorzugt mit nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen zu kooperieren, um Greenwashing zu vermeiden“, so die Initiatoren um Hannah Attallah, Studentin der International Relations and Management an der OTH Regensburg. Wer nur den Anschein erwecken will, sozial oder umweltbewusst zu handeln, passe nicht zum Projekt.

Weitere Informationen zum Projekt und der Arbeit von „Green Step“ gibt es im Internet unter www.betterplace.org oder ww.green-step.org – hier finden sich auch die Daten für das Spendenkonto. Jeder kann helfen – Privatpersonen ebenso wie Unternehmen.w


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