09.09.2020, 11:48 Uhr

Tragischer Vorfall Sturz von den Stufen der Walhalla endet tödlich – Landtagsbeschluss von 1981 verhindert Schutzgeländer

Auf der Walhalla in Donaustauf hat sich ein tödlicher Unfall ereignet. Foto: Ursula HildebrandAuf der Walhalla in Donaustauf hat sich ein tödlicher Unfall ereignet. Foto: Ursula Hildebrand

Zu einem tragischen Unfall mussten Polizei und Rettungsdienst am Sonntag, 6. September, nach Donaustauf ausrücken. Auf der Walhalla war ein 65-Jähriger gestürzt und drei Meter tief gefallen. Unter laufender Reanimation wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er in den Abendstunden seinen Verletzungen erlag.

Donaustauf. Es ist nicht der erste Unfall auf der Walhalla – und das sorgt im Internet dafür, dass eine alte Forderung laut wird: Wann gibt es endlich ein Geländer und Absturzsicherungen auf der Walhalla? Diese Frage wird nun wieder gestellt.

Die letzte Diskussion dieser Art fand im Jahr 2013 statt. Von August 2012 bis August 2013 hatte es drei Unfälle gegeben. Am 19. August 2012 war eine 47-Jährige in die Tiefe gefallen, sie zog sich eine Platzwunde und Prellungen zu. Am 9. September 2012 fiel eine 68-jährige Touristin etwa zweieinhalb Meter in die Tiefe. Sie verletzte sich bei dem Sturz schwer. Am 10. August 2013 stürzte ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf etwa vier Meter in die Tiefe und wurde schwer verletzt. Der damalige Leiter des Staatlichen Bauamtes Regensburg, Hans Weber, berichtete, dass mit Beschluss des Landtages aus dem Jahr 1981 die Staatsregierung dafür zu sorgen hat, dass „die Walhalla in ihrer jetzigen Form ohne Schutzgeländer bzw. Schutzgitter bestehen bleibt“. Mittlerweile gehört die Walhalla zur Bayerischen Schlösserverwaltung. Auch dort kennt man den Landtagsbeschluss, der am 12. November 1981 einstimmig ausgefallen war. Laut des Beschlusses „soll die Walhalla in ihrer jetzigen Form aus Denkmalschutzgründen ohne Schutzgeländer erhalten werden“, so die Schlösserverwaltung.

Den neuerlichen Vorfall bedauert die Schlösserverwaltung sehr und weist darauf hin, dass es sich „nach Kenntnissen der Schlösserverwaltung hier um einen tragischen Unfall“ gehandelt hat. „Die Walhalla wurde bereits von der ,Rückseite‘ barrierefrei erschlossen. Für Besucherinnen und Besucher ist es damit möglich, das Gebäude über eine seitliche Rampe ohne die Benutzung der Treppen zu erreichen.“ Zäune oder Geländer wird es also auf der Walhalla auch in Zukunft nicht geben!


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