22.08.2020, 08:35 Uhr

Hohe Auflagen für Märkte Corona-Pandemie – viele Marktbeschicker bangen um ihre Existenzen


Es sollte der 17. Töpfermarkt beim Prösslbräu auf dem Adlersberg werden – doch ob der Markt stattfinden kann, das war lange ungewiss. „Die Töpfermärkte und auch andere Spezialmärkte wurden pauschal zu Groß- und Vergnügungsveranstaltungen gezählt“, sagt Veranstalter Stephan Lobensteiner aus Prien am Chiemsee. Dann die gute Nachricht: Der traditionelle Töpfermarkt auf dem Adlersberg kann in diesem Jahr stattfinden!

Pettendorf. Für viele der Teilnehmer, so berichtet Lobensteiner, sind Märkte wie der auf dem Adlersberg die hauptsächliche oder gar einzige Einnahmequelle. „Viele Keramikerinnen und Keramiker, Künstler, Kunsthandwerker und die Veranstalter der Töpfermärkte hatten deshalb in den vergangenen Wochen und Monaten die verantwortlichen Politiker kontaktiert. Man kann dieses Engagement durchaus als erfolgreich bezeichnen: Mittlerweile gibt es ein ,Rahmenkonzept für Märkte ohne Volksfestcharakter‘.“ Die Bedingungen, die nun erfüllt werden müssen, sind auch für Veranstalter und Marktteilnehmer nicht immer angenehm.

So müssen einige Auflagen eingehalten werden: „Beachten Sie als Besucher bitte die von den Behörden angeordneten Coronaschutz-Maßnahmen, besonders die Abstands- und Hygieneregeln inklusive Maskenpflicht. Bitte haben Sie auch Verständnis für Kontrollen im Eintrittsbereich. Möglicherweise ergeben sich Wartezeiten, da wir die Anzahl der gleichzeitig anwesenden Besucher auf dem Marktgelände begrenzen müssen. Wir Veranstalter, das gesamte Personal und alle Aussteller bemühen sich um ein möglichst unbeschwertes Markterlebnis“, sagt Lobensteiner.

Ausfallen muss leider das Kinderprogramm, auch verschiedene Vorführungen können nicht stattfinden. Auch ein geringer Eintritt muss verlangt werden: „Die umfangreichen Auflagen und die Umsetzung dieser Maßnahmen erfordern einen hohen zusätzlichen Material- und Personaleinsatz. Aus diesem Grund kommen wir nicht umhin, einen kleinen Obulus von zwei Euro als Eintrittspreis zu erheben“, so der Veranstalter.

45 Ausstellerinnen und Aussteller werden ihre Handwerkskunst am 22. und 23. August – jeweils von 10 bis 18 Uhr – auf dem Adlersberg präsentieren. „Der Markt vor den Toren Regensburgs hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Ein gutes Zeichen ist, wenn sich die Aussteller immer wieder anmelden. Dazu muss man sagen: Es gibt keine Händler, alle Teilnehmer sind Handwerker und Künstler, die ihre Arbeiten in ihren Werkstätten selbst herstellen“, berichtet Lobensteiner. Billigimporte wird man hier am Adlersberg keine finden. Man setzt auf den direkten Kontakt, die Originalität und die professionelle handwerkliche Arbeit.


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