15.06.2020, 09:20 Uhr

Corona-Zeiten „Rettungspaket mit Zukunftsperspektive“ für das Kneitinger-„Mutterhaus“

Der Wirt steht nicht im Regen – Mathias Reichinger (Mitte) kann in der schwierigen Zeit auf die Unterstützung der Brauerei Kneitinger mit Braumeister Albert Kellner (links) und auf die Stiftung mit Stiftungsrat Michael Naumann (rechts) zählen – ebenso wie auf die Mitarbeiter und die Gäste. Foto: Hans-Christian WagnerDer Wirt steht nicht im Regen – Mathias Reichinger (Mitte) kann in der schwierigen Zeit auf die Unterstützung der Brauerei Kneitinger mit Braumeister Albert Kellner (links) und auf die Stiftung mit Stiftungsrat Michael Naumann (rechts) zählen – ebenso wie auf die Mitarbeiter und die Gäste. Foto: Hans-Christian Wagner

„Wir können sicherstellen, dass das Mutterhaus auch in diesen widrigen Zeiten sieben Tage in der Woche geöffnet bleibt“, bestätigen Max und Mathias Reichinger, Pächter der Traditionsgaststätte am Arnulfsplatz „nach einer sehr guten Einigung mit der Kneitinger Stiftung“.

Regensburg. „Besonders wollen wir uns aber auch bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken“, so die beiden Vollblut-Gastronomen, „die trotz Kurzarbeit mit höchster Motivation und Freude an die Arbeit gehen.“ Diese und einige weitere verlässliche Faktoren stellen sicher, dass das „Mutterhaus“ auch weiterhin 360 Tage im Jahr geöffnet ist.

„Über den Berg sind wir noch lange nicht“, beschreibt Mathias Reichinger die Situation, „doch wir konnten uns mit der Hans-und-Sofie-Kneitinger-Stiftung auf ein Rettungspaket mit Zukunftsperspektive einigen.“ „Krisen kann man nur gemeinsam bewältigen mit Verständnis füreinander, gegenseitigem Vertrauen und Engagement in der Sache selbst. Darauf bauen wir unsere Zukunft und dafür stehen wir“, untermauert Michael Naumann, einer der fünf Stiftungsräte der Traditionsbrauerei in der Kreuzgasse 7, das Verantwortungsgefühl von Kneitinger als unerschütterliche Institution auch in Krisenzeiten. Diese Aussage wäre sicher ganz im Sinne von Sofie Kneitinger gewesen. Nicht allein deswegen, weil ein Teil des Erlöses aus dem Bierverkauf über die 1985 gegründete Hans-und-Sofie-Kneitinger-Stiftung verschiedenen wohltätigen Zwecken zufließt, vorausgesetzt das Bier läuft.

Doch Wirt Mathias Reichinger und sein Bruder Max sehen in dieser Situation nicht nur die Stiftung als Garant für einen dauerhaften Fortbestand des Mutterhauses: „Danke auch an unsere Gäste, die größtes Verständnis für die momentanen Betriebseinschränkungen aufbringen.“ Der bunt gemischte Querschnitt aus „typischen“ Regensburgerinnen und Regensburgern sowie Gästen – im Normalfall – aus aller Welt hielte sich zu 100 Prozent an die gesetzlichen Auflagen. Funktionieren könne das natürlich nur mit einem Team, das „nach dem Lockdown wieder so hoch motiviert zu Werke ging“ und die hygienischen Notwendigkeiten vorbildlich umsetze.

Eine wichtige Rolle käme, so Reichinger, natürlich auch der Brauerei als Produktionsbetrieb für die beliebten Biere zu. Laut Chronik wurde bereits vor über 400 Jahren erstmals die Existenz einer Brauerei auf dem Anwesen des heutigen Mutterhauses am Arnulfsplatz dokumentiert. 1861 ging die Brauerei in den Besitz von Johann Kneitinger I. über. Was in der über 150-jährigen Kneitinger-Geschichte gleich geblieben und auch von den jetzigen Wirtsleuten als weiterer Erfolgsfaktor gelobt wird: „Das Team von Braumeister Albert Kellner und Geschäftsführer Martin Sperger versorgt uns quasi rund um die Uhr bei Bedarf mit frischem Bier“.

Als weitere Säule für den Treueschwur an Regensburg sowie an die Gäste sehen Max und Mathias Reichinger das stabile betriebswirtschaftliche Konstrukt aus Steuerberater, Rechtsanwalt und Hausbank. „Deren Arbeit wird meist als selbstverständlich hingenommen, muss aber gerade in dieser schweren Phase einmal erwähnt werden“, betont Mathias Reichinger. Ein Stück weit wollen die Reichingers ihre Dankbarkeit auch an ihre Gäste weitergeben. Für Juli ist eine Überraschung geplant, die einen Besuch im Mutterhaus noch attraktiver machen. Auch das würde Sophie Kneitinger gefallen ...


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