22.04.2020, 12:12 Uhr

Aktion in der Wohnanlage „Il Giardino“ Jeden Tag um 19 Uhr geht‘s auf Balkon oder Terrasse, um zu zeigen, „dass keiner alleine ist“

 Foto: Werner Foto: Werner

Es gibt aktuell viele Aktionen, die zeigen, wie sehr die Menschen sich in Zeiten der Pandemie solidarisieren. Es wird gesungen und musiziert, füreinander eingekauft. Kleine Zeichen des Zusammenhalts finden sich an vielen Orten – auch in Regensburg!

Regensburg. Die Wohnanlage „Il Giardino“ in Regensburg liegt zwischen Altstadt und Uni, über 350 Wohneinheiten gibt es hier seit Anfang 2012. Und die Bewohner halten zusammen, auch in Corona-Zeiten. „Nachdem man in anderen Städten und Ländern Zeichen des Zusammenhalts in dieser für uns alle ungewöhnlichen Zeit mitverfolgen konnte, finden wir den Gedanken sehr schön, dies auch in unserer Wohnanlage ,Il Giardino‘ einzuführen“, heißt es auf einer extra eingerichteten Homepage. Die Idee hatten Tina und Jan Werner, „wir wollten auch etwas gegen den Frust in dieser Krise unternehmen, ein bisschen Hoffnung verbreiten und den Zusammenhalt stärken“, sagen beide. Am 30. März starteten sie einen Aufruf, täglich um 19 Uhr auf den Balkon oder die Terrasse zu gehen und „so zu zeigen, dass keiner alleine ist“. Zunächst mit Handzetteln, die in die Briefkästen gesteckt wurden. „Am ersten Abend war die Teilnahme recht mau, deswegen haben wir uns entschlossen am nächsten Tag an jede Eingangstür noch einen Zettel in DinA4 zu heften.“ Mit Erfolg! Der Aufruf fand jede Menge Resonanz: „Und jeden Tag wurden wir mehr. Am 4. April kam auch Musik hinzu“, berichtet Jan Werner.

In den Zeiten vor Corona hat man auch in der Wohnanlage – wie vielerorts – nicht so sehr aufeinander geachtet: „ Wie bei einer Anlage dieser Größe wohl nicht selten hat man mit den Bewohnern der anderen Häuser nicht viel zu tun. Im eigenen Haus wird freundlich gegrüßt und mit dem einen oder anderen auch ein kurzes Gespräch geführt. Seit der Aktion kann man aber bemerken, dass, wenn man zum Beispiel zum Einkaufen raus geht und jemanden trifft, inzwischen sehr viel mehr gegrüßt wird. Oder man erkennt sich jetzt sogar. Ich würde deswegen schon sagen, dass ein gewisses Gemeinschaftsgefühl entstanden ist, dass man hoffentlich in die Zukunft retten kann“, berichtet Werner. Auch wenn das Leben wieder etwas normaler läuft, will man den Kontakt nicht mehr abreißen lassen: „Ein gemeinsames Fest nach Corona, wenn die Beschränkungen endgültig aufgehoben ist, schlummert auf jeden Fall im Hinterkopf. Aber das kann ja noch etwas dauern. Ich denke jedoch, dass die Hoffnung auf eine gute Teilnahme daran seit der Aktion deutlich größer ist.“


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