06.01.2020, 12:40 Uhr

Kampfmittelräumdienst Dauereinsatz rund um Regensburg – 2019 hatten die Sprengmeister wieder viel zu tun

Am Donnerstagnachmittag, 28. November, war bei Bauarbeiten am Stadtrand von Regensburg ein 125 Kilogramm schwerer Blindgänger aufgefunden worden. (Foto: Alexander Auer)Am Donnerstagnachmittag, 28. November, war bei Bauarbeiten am Stadtrand von Regensburg ein 125 Kilogramm schwerer Blindgänger aufgefunden worden. (Foto: Alexander Auer)

In und um Regensburg wird viel gebaut, ein Baugebiet nach dem anderen wird erschlossen. Der Ausbau der Autobahn A3 in der Region verlangt ebenfalls nach Bautätigkeit. Und so wie in den Jahren zuvor waren auch 2019 immer wieder Fachfirmen vor Ort, um die Baustelle nach gefährlichen Relikten aus dem Krieg abzusuchen. Und: Man wurde fündig, mehrfach mussten auch 2019 Bewohner ihre Häuser verlassen, Straßenzüge wurden gesperrt, die Schifffahrt auf der Donau wurde eingestellt.

REGENSBURG Bereits am 24. Januar 2019 mussten die Sprengmeister das erste Mal in die Domstadt ausrücken. Bei Bauarbeiten war in der Friedrich-Ebert-Straße eine Bombe gefunden worden. Erst tags darauf konnte die 250-Kilo-Fliegerbombe entschärft werden, letztlich musste sogar der Zünder gesprengt werden.

Anfang März wurde bei den Bauarbeiten an der Autobahn A3 bei Burgweinting eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit einer Sprengkraft von einem Kilo und einem nicht intakten Zünder entdeckt.

Ende April hielt eine 250-Kilo-Bombe in der Bukarester Straße in Regensburg die Einsatzkräfte in Atem. Die Bombe musste gesprengt werden – „diverse Gebäudeschäden“ waren zu verzeichnen. Ende September konnte eine 250-Kilo-Weltkriegsbombe im Regensburger Stadtteil Schwabelweis problemlos entschärft werden, Mitte Oktober wurde zudem ein Bombenfund auf der Baustelle im Dörnberg-Areal gemeldet.

Im Dauereinsatz war der Kampfmittelräumdienst dann von Mittwoch bis Freitag, 23. bis 25. Oktober. Und zwar in Neutraubling und Barbing. Hier waren fast 40 Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg innerhalb von nur drei Tagen entdeckt worden. Von der Zehn-Kilo-Splitterbombe bis zur 500-Kilo-Bombe war da alles dabei. Am 28. November wurde dann bei Bauarbeiten am Stadtrand von Regensburg noch ein 125 Kilogramm schwerer Blindgänger aufgefunden. Die Fliegerbombe in der Äußeren Wiener Straße konnte ohne Probleme entschärft werden.

Und warum gibt es in der Region so viele Bombenfunde? Anschauliche Infos gibt das Buch „Luftangriffe auf Regensburg“ von Peter Schmoll, das 2019 in der dritten erweiterten und überarbeiteten Auflage im MZ-Buchverlag erschienen ist. Das Buch berichtet auf 272 Seiten (und einer DVD) wie die Messerschmitt-Werke in Regensburg und der Umgebung (eben Neutraubling) ins Fadenkreuz der alliierten Bomber gerieten. Schmoll verbindet in seinem Werk Textpassagen mit Fotos aus der Zeit der Angriffe, dabei konnte er auch auf Aufnahmen der amerikanischen Streitkräfte zurückgreifen. Luftaufnahmen der Einschläge zeigen, wie vernichtend die Flüge der Alliierten waren.

Weitere Infos gibt es im Internet auf unseren beiden Themenseiten zu den Bombenfunden unter www.wochenblatt.de sowie auch unter www.wochenblatt.de.


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