24.12.2019, 09:23 Uhr

Kultur Der Regensburger Florian Stetter ist im Märchenfilm „Die drei Königskinder“ in der ARD zu sehen


Mit sanfter Stimme meldet sich Florian Stetter am Telefon, der Schauspieler lebt heute in Berlin, seine Kindheit hat er in Regensburg verbracht. Und so, wie er über die Dreharbeiten zu einem Film, der am ersten Weihnachtsfeiertag in der ARD zu sehen ist, schwärmt, so gerät er auch ins Schwärmen, wenn es um die „alte Heimat“ Regensburg geht.

REGENSBURG Florian Stetter wurde 1977 in München geboren, von 1980 an lebte er in Regensburg, berufsbedingt war die Familie in die Domstadt gezogen – Stetters Vater hatte einen Lehrauftrag an der Uni Regensburg. Und so erinnert sich Stetter gerne zurück: „Hier konnte ich frei sein“, sagt Stetter, Regensburg sei nicht zu groß gewesen, nicht anonym, das Alte verbinde sich mit dem Neuen, sagt der 42-Jährige. Gefragt nach seinen Erinnerungen, sprudelt es aus ihm heraus. „Stadtamhof, die Steinerne Brücke, am Haidplatz eine Pizza essen, das RT-Bad, der Dörnbergpark und der Stadtpark“, an all das erinnert sich Stetter gerne zurück.

Auch die Schauspielkarriere des Wahl-Berliners startete in Regensburg: mit Statistenrollen am Stadttheater. Bis 1997 lebte Stetter in Regensburg – dann kam der „Zeitpunkt, zu gehen“. Es zog ihn nach Berlin, in die Großstadt, nicht vergleichbar mit Regensburg – „Berlin ist ganz anders“. Und wenn er sich zurückziehen will, geht es hinaus aufs Land nach Brandenburg. Hier kann Stetter Kraft schöpfen für seine Schauspielprojekte. Eines davon wird man am Mittwoch, 25. Dezember, in der ARD sehen können. Stetter spielt den König im Märchenfilm „Die drei Königskinder“. Die Dreharbeiten für den Film haben etwa sechs Wochen gedauert, berichtet Stetter im Wochenblatt-Gespräch. Der Regisseur habe den Film sehr „heutig“ inszeniert. Der Film nehme die Kinder ernst, sagt Stetter – und so sei es ein Film für Kinder und Jugendliche, aber natürlich auch für Erwachsene. Der Film mache Mut, „dass das Leben voller Überraschungen ist – auch in der Not“.

Gedreht hat Stetter dabei zum einen mit den Jugendlichen. „Sie waren ganz toll“, sagt Stetter, Kinder und Jugendliche gingen oft sehr frei an die Dinge heran, das färbe dann auch aufs Team ab. Zum anderen war mit Adele Neuhauser auch eine bekannte Schauspielerin mit im Team. Man kennt sie aus zahlreichen „Tatort“-Folgen, aus diversen Fernseh- und Kinofilmen. „Adele ist eine wunderbare Schauspielerin, eine wunderbare Kollegin“, erzählt Stetter. Sie habe keinerlei Eitelkeiten, sei „grundsolide und liebenswert“.

Aktuell hat Stetter gerade einen Thriller abgedreht, hier spielt er zusammen mit Peter Kurth und Tobias Moretti. Eine ganz andere Handlung wie in einem Märchenfilm – doch genau das ist es, was Stetter reizt: „Je unberechenbarer, umso besser“, sagt er, alles was vorhersehbar ist, empfindet er als langweilig. Er lasse sich so nicht in Schubladen stecken, die Vielfalt sei ihm wichtig – so wie das Leben eben ist. Mit Ecken und Kanten. Mit Charakter.

Und nun steht auch für Stetter die Weihnachtspause an. Er freut sich bereits auf die Tage mit seiner Familie, „Zeit haben“, sagt er, das sei ihm sehr wichtig. Und: In diesem Jahr wird es sicher etwas Besonderes, wenn Stetter am ersten Weihnachstag zusammen mit seinen Kindern den Märchenfilm „Die drei Königskinder“ anschauen kann. „Es ist eine herzergreifende Geschichte“, sagt Stetter. Er selbst habe in seiner Kindheit viele tschechische Märchenfilmproduktionen im Fernsehen gesehen, diese hätten ihn immer „total berührt“. Umso mehr habe er sich gefreut, selbst einmal bei einem Märchenfilm dabei sein zu dürfen. „Es war ein Geschenk, dass ich das machen durfte!“


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