23.12.2019, 10:14 Uhr

Feuerwerk, Raclette und Bowle „The same procedure as every year“ – Silvestertraditionen in Deutschland und in der Welt

An Silvester gibt es viele Traditionen. In Deutschland, aber auch in anderen Ländern. (Foto: Wolfgang Filser/123rf.com)An Silvester gibt es viele Traditionen. In Deutschland, aber auch in anderen Ländern. (Foto: Wolfgang Filser/123rf.com)

Das Silvester-Feuerwerk um Mitternacht, das ursprünglich böse Geister vertreiben sollte, kennt man in vielen Ländern. Doch welche Silvester-Traditionen sind typisch deutsch? Da wäre zunächst das in der Überschrift angedeutete und bei Deutschen so beliebte „Dinner for One“, das an Silvester im Fernsehen mehrmals in der Stunde gesendet wird, interessanterweise in England aber absolut nicht mit diesem Tag in Verbindung gebracht wird.

REGENSBURG Viele lassen außerdem den Fernseher mit der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin im Hintergrund laufen. Andere Bräuche kennen viele noch von früher, beispielsweise soll eine Schuppe des Karpfens, den man an Silvester zubereitet, Glück bringen, wenn man sie in den Geldbeutel steckt. Oder aber man isst eine Linsensuppe, denn die Form erinnert an Münzen und das wiederum soll im nächsten Jahr viel Geld bringen. Heute steht bei vielen aber statt Fisch und Hülsenfrüchten eher ein regelrechtes „Fresskoma“ mit Raclette oder Fondue an ...

Auch das Bleigießen war früher sehr beliebt, ist aber seit 2018 verboten. Es gibt allerdings Alternativen wie das Gießen mit Wachs oder – etwas außergewöhnlicher – das Apfelschalen-Orakel, bei dem die Form der Schale, nachdem man sie hinter sich auf den Boden geworfen hat, den Anfangsbuchstaben eines heimlichen Schwarms verraten soll ... Auch Glücksbringer wie Fliegenpilze, Schweinchen, vierblättriges Kleeblatt oder Schornsteinfeger gehören für viele an Silvester dazu – genauso wie Sekt, Bowle oder Punsch.

Vor Silvester wünscht man sich in Deutschland einen „Guten Rutsch“, doch dieser Ausdruck hat nichts mit „rutschen“ zu tun, das Wort soll je nach Theorie vom jiddischen „Rosch“ – dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschanah – oder vom altdeutschen „Rutsch“, was „Reise“ bedeutete, stammen. Ist es dann soweit, und man ist gut ins Neue Jahr „gereist“, hört man überall klirrende Sektgläser und den Ausdruck „Prosit“, der im lateinischen „es möge gelingen“ seinen Ursprung hat.

Wer sein Geld nicht für Raketen und Böller, die mittlerweile viele Menschen für gesundheits- und umweltschädlich halten, ausgeben will, kann stattdessen übrigens seit 1982 etwas Gutes tun und die Initiative „Brot statt Böller“ unterstützen, die mit den Spenden Projekte in ärmeren Gebieten der Welt mitfinanziert.

Silvesterbräuche in anderen Ländern der Welt sind auch immer wieder interessant. In Italien, Spanien, Mexiko oder Brasilien tragen Frauen traditionell rote Unterwäsche, was Glück im Liebesleben bringen soll. In China setzt man hier auf eine andere Taktik: Der Brauch, Mandarinen ins Meer zu werfen, soll angeblich den Mann fürs Leben anlocken. In Portugal vertreibt man mit dem Lärm von Pfannen und Töpfen das Böse, in Ecuador verbrennt man dafür Puppen. Glück bringen in Griechenland Spiele, und in Dänemark das Werfen von Geschirr. In Spanien gibt es einen ganz besonderen Brauch mit Weintrauben: Zu jedem der zwölf Glockenschläge um 24 Uhr wird eine Weintraube gegessen und für jede Traube darf man sich etwas wünschen. Wer sich verzählt oder verschluckt, sollte jedoch vorsichtig sein, denn das kann Unglück bringen.


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