19.12.2019, 12:04 Uhr

Tierschützer raten zum Feuerwerkverzicht „Vögel haben keinen Bock auf Böller“ – Feuerwerke versetzen Vögel und Tiere im Winterschlaf in Panik

(Foto: firewings/123RF)(Foto: firewings/123RF)

Das neue Jahr wird in Bayern vielerorts mit lautem Silvester-Feuerwerk begrüßt. Dabei wird oft vergessen, was das für die Natur bedeutet: „Die lauten Geräusche verschrecken Tiere, die dann bei ihrer Flucht wertvolle Energie verbrauchen“, sagt Annika Lange, LBV-Biologin. Außerdem verschmutzen die Reste von Raketen, Böllern und Knallfröschen häufig auch Grünflächen. Auch viele Haustiere leiden unter dem Lärm. Der LBV rät daher, den Tieren und der Natur zuliebe, auf das private Silvester-Feuerwerk zu verzichten.

BAYERN Um dem Böller- und Raketenszenario so schnell wie möglich zu entkommen, steigen tausende Vögel innerhalb von Minuten vor Schreck von ihren Schlafplätzen in den Luftraum auf. Dabei erreichen sie sogar Höhen von über 1.000 Metern. „Viele Vögel werden von lautem Feuerwerk aufgeschreckt, geraten in Stress und brauchen anschließend lange, bis sie wieder zur Ruhe kommen. Die nächtliche Flucht kostet sie dabei wertvolle Energie, die sie gerade in langen, kalten Winternächten zum Überleben brauchen“, erklärt Lange. Das gleiche Problem haben auch andere Wildtiere, von denen gerade im Winter viele, wie zum Beispiel der Igel, ihren Stoffwechsel auf ein Minimum reduzieren. „Feuerwerk sollte nie in der Nähe von Wäldern gezündet werden. Auch öffentliche Grünanlagen und Gärten, wo sich viele Vögel und andere Tiere zur Nachtruhe sammeln, sind keine geeigneten Orte für das Silvester-Feuerwerk“, so die LBV-Artenschützerin weiter.

Bunte Vogelschar statt lautem Feuerwerk

Niemand muss zum neuen Jahr auf schillernde Farben verzichten. Statt mit lautem Böllern können die ersten Morgenstunden in 2020 mit Vogelgezwitscher an den Futterplätzen begrüßt werden. Im Winter sammeln sich dort Rotkehlchen mit ihrer rot leuchtenden Brust, Kohlmeisen und Blaumeisen mit zartem Gelb und Blau, Grünfinken bringen ein herrliches Grün ein.

Stunde der Wintervögel 2020

Wer flattert denn da durch den winterlichen Garten? Der LBV und sein bundesweiter Partner NABU rufen wieder zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Vom 10. bis zum 12. Januar können bayerische Vogelfreundinnen und -freunde bereits zum 15. Mal wieder eine Stunde lang Vögel beobachten, zählen und dem LBV melden. Vormerken und Mitmachen unter www.stunde-der-wintervoegel.de.


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