15.12.2019, 11:00 Uhr

Influencerin aus Regensburg Model Pharah Seutter will niemanden „beeinflussen“, sondern „inspirieren“


Fotoshootings und Instagram-Postings, aber auch Bücher sind Pharahs Leben. Die 21-jährige Regensburgerin ist Model, Influencerin und jetzt auch noch Autorin.

REGENSBURG „Ich stehe morgens um 6.30 Uhr auf, gehe eine Stunde ins Gym, mache mir dann mein Frühstück und poste meine Müsli-Bowl auf Instagram.“ Wie Pharah Seutter ihren Tag beginnt und wie es dann weiter geht, dafür interessieren sich derzeit 90.000 Menschen, ihre sogenannten Follower. Pharah ist nämlich nicht nur Model und Wirtschaftsstudentin, sondern auch Influencerin. Und: Sie kommt aus Regensburg. Linda Alice Seutter von Lötzen, so heißt Pharah mit bürgerlichem Namen – hinter ihrem Künstlernamen steckt eine persönliche Geschichte, die sie aber nicht gerne verrät. Und ihr Vater ist manchen vielleicht als Musiker in Regensburg bekannt.

Über ihre Postings, die ihr Leben zeigen, was sie isst und wie sie arbeitet, transportiert die 21-Jährige auch Werbung für Make-up, Mode und Accessoires für große Marken, die sich diese neue Art der Vermarktung – fern von Werbeannoncen, Plakaten oder Spots zwischen Filmen – gut etwas kosten lassen. Sie hoffen: Was Pharah gut findet und präsentiert, finden auch ihre Instagram-Follower gut, die dann möglichst fleißig die vorgestellten Produkte kaufen. Es handelt sich dabei um eine Art der subtilen Beeinflussung, woher auch die „Berufsbezeichnung“ Influencer rührt. „Ich mag den Begriff eigentlich nicht, aber er hat sich mittlerweile so eingebürgert. Ich möchte ja niemanden beeinflussen, sondern inspirieren“, erklärt Pharah. Besonders im Bereich der gesunden Ernährung möchte die junge Frau ein Vorbild sein. Sie zeigt daher regelmäßig, was auf ihrem Teller landet, wie sie Quinoa, Chia und anderes Superfood zubereitet und welche Alternativen es zu Fastfood und ungesunden Snacks gibt. Es geht ihr dabei jedoch nicht darum, eine Art Diät zu propagieren. „Jeder sollte sich gesund und mit frischen Lebensmitteln ernähren. Dann geht es einem gut und man tut etwas für sich und seinen Körper“, findet Pharah.

Die gebürtige Regensburgerin setzt auf Natürlichkeit. Vielleicht war das auch genau das, was ihr vor vier Jahren die Türen der Modewelt Berlins öffnete: Beim Shopping in einer Boutique war die damals 17-Jährige von einem Model-Scout angesprochen und zu einem Casting in die Hauptstadt eingeladen worden. Das Mädchen hatte gerade das Abitur beendet und noch keine weiteren Pläne für ein Studium oder eine Ausbildung. Also gab sie dem Traum von der Modelkarriere eine Chance, auch wenn sie sich damals, wie sie heute verrät, kaum etwas aus Mode und Make-up machte. Die 1,75 Meter große Brünette hinterließ anscheinend Eindruck und so zog sie vom Hotelzimmer in Berlin, das sie während des Castings gemietet hatte, direkt in ihre erste eigene Wohnung mit einem festen Vertrag einer Model-Agentur in der Tasche.

Bedingung ihres neuen Arbeitgebers war ein Instagram-Account und so begann auch Pharah sich nicht nur mit Mode- und Schönheitstrends auseinanderzusetzen, vor Kameras und auf Laufstegen zu posieren, sondern auch fleißig zu posten. Heute verfolgen, wie gesagt, bereits 90.000 Menschen ihre Postings und Storys, die sie zumeist auf Englisch schreibt, denn das Gros ihrer Follower stammt aus den USA und Staaten im Nahen Osten – gerade einmal zu fünf Prozent aus Deutschland. Und bei so einem hübschen Anblick, wen würde es da wundern, dass mehr Männer als Damen regelmäßig ihre Bilder im Internet verfolgen.

Doch Pharah möchte mehr sein, als ein hübsches Mädchen auf dem Laufsteg und so erfüllt sich die 21-Jährige einen Jugendtraum: Sie schreibt ihre eigenen Bücher. Das erste hat sie mittlerweile unter dem Titel „Miss Laurels magische Mode“ veröffentlicht und natürlich dreht sich in dem magischen Jugendroman auch alles um die Welt der Mode; weitere Teile sollen folgen.

Auch in Regensburg wird Pharah es Anfang des kommenden Jahres in Buchhandlungen präsentieren und da kann man das Model dann ganz persönlich erleben und vielleicht ein Selfie ergattern. „Ich bin gerne bereit, mit meinen Fans zu posen, aber ich mag es gar nicht, ‚blöd angebaggert‘ zu werden. Das passiert in Berlin leider häufig, wenn ich mit Freunden weggehe“, berichtet Pharah. Berlin ist ohnehin nicht „ihre“ Stadt. Sie bevorzugt den „Bavarian Way of Life“ und das gemütliche, strukturierte Leben in ihrer Heimat Bayern. Urlaub macht das Model daher am liebsten in den Bergen – fernab vom Trubel der Modemetropolen.


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