27.11.2019, 20:21 Uhr

Menschenmassen größter Stressfaktor Weihnachtswahnsinn – die Generation 50 plus geht das Fest gelassen an

(Foto: Smileus/123rf.com)(Foto: Smileus/123rf.com)

Besinnlich und gemütlich? Von wegen! In der Vorweihnachtszeit steigt vor allem bei jüngeren Menschen der Stresspegel. Stimmungskiller Nummer eins ist der Andrang in Innenstädten, auf Weihnachtsmärkten und in den Geschäften.

REGENSBURG Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse sind mehr als 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen von den Menschenmassen genervt. Die Generation 50 plus sieht das vergleichsweise gelassener: Nur knapp 40 Prozent der 50- bis 70-Jährigen lassen sich von dem Gedränge aus der Ruhe bringen.

Auf Platz zwei der vorweihnachtlichen Stress-Skala steht bei den Jüngeren ganz klar die Sorge, rechtzeitig die passenden Geschenke zu finden. Fast jeder Zweite fühlt sich deshalb unter Druck gesetzt, gefolgt von der Flut an Weihnachtswünschen, die über WhatsApp und soziale Netzwerke geteilt werden (29 Prozent) sowie der Erwartungshaltung an ein perfektes Fest (28 Prozent). Die 50- bis 70-Jährigen sehen auch das deutlich entspannter: Von ihnen macht sich nur rund jeder Sechste Gedanken um die richtigen Präsente und die vielen Wünsche über soziale Netzwerke. Und nur jeden Siebten setzt die Vorstellung von einem perfekten Fest unter Druck.

„Wer an Weihnachten nicht erschöpft und ausgebrannt vor dem Tannenbaum sitzen möchte, sollte rechtzeitig auf diesen Erwartungsdruck reagieren, seine Ansprüche nicht zu hoch hängen und Prioritäten setzen“, sagt Franz Pilz vom KKH-Serviceteam in Regensburg. Denn wer dem ohnehin meist stressigen Alltag noch vorweihnachtlichen Perfektionismus auferlegt, schränkt nicht nur die Leistungsfähigkeit ein, sondern beeinflusst auch die Gesundheit.

Damit sich der Weihnachtsstress in Grenzen hält, rät Pilz, Strategien aus dem beruflichen Zeitmanagement anzuwenden und aufzuschreiben, was wann erledigt werden muss, wie lange dies jeweils dauert und wer die einzelnen Aufgaben übernehmen kann. Um Kraft zu tanken, empfiehlt Pilz Spaziergänge an der frischen Luft und Sport: „Es ist es wichtig, zwischendurch für ausreichend Erholung zu sorgen, damit Körper, Geist und Seele wieder ins Lot kommen. Schalten Sie deshalb einen Gang runter – auch digital! Niemand ist verpflichtet, beim weihnachtlichen Konsumstress mitzumachen.“

Digital entschleunigen – diesen Rat wollen tatsächlich viele Jüngere und Ältere gleichermaßen befolgen – insgesamt 27 Prozent. Sie wollen den Weihnachtsstress reduzieren, indem sie in dieser Zeit seltener WhatsApp und soziale Netzwerke nutzen. Auch bei weiteren Maßnahmen gegen zu viel Druck im Advent liegen die Vorstellungen der Generationen nah beieinander: Insgesamt jeder Dritte will auf einige vorweihnachtliche Aktivitäten verzichten. Gut 29 Prozent der Befragten planen, die Festtagsmenüs etwas weniger üppig zu gestalten und die Anzahl der Geschenke zu reduzieren.


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