06.11.2019, 10:15 Uhr

Tradition Sternenstaub und Holzspäne im fürstlichen Wald – Amelie Thaler ist das „fürstliche Christkind“ 2019


Glühwein, Stollen, Lebkuchen und Adventskalender so weit das Auge reicht: Die Supermärkte haben sich schon längst auf die Weihnachtszeit vorbereitet. Jetzt wird es auch auf Schloss Thurn und Taxis in Regensburg langsam ernst. Die wichtigste „Deko“ für den Romantischen Weihnachtsmarkt wird jetzt fertig gemacht, denn der Christbaum, der den Innenhof zur Adventszeit schmücken und zentraler Treffpunkt tausender Besucher des Weihnachtsmarkts werden wird, wurde am vergangenen Montag, 4. November, gefällt.

DONAUSTAUF Traditionell wurde dem auserwählten Baum, ein würdiger Abschied beschert – in diesem Jahr von den Tangrintler Jagdhornbläsern. 35 Jahre alt und nicht ganz 25 Meter hoch ist die Fichte, die in diesem Jahr auserkoren wurde. Warum eine Fichte? „Der Klimawandel macht auch vor unseren Wäldern nicht halt“, so Peter Kittel, Geschäftsführer des Veranstaltungsservice Regensburg, bei seiner Begrüßung im fürstlichen Wald bei Donaustauf. Die Fichte zählt zu den Flachwurzlern und hat damit Schwierigkeiten, in trockenen Zeiten, wie wir sie auch in unseren Breitengraden immer häufiger erleben, an tiefer gelegenes Grundwasser zu kommen. Das schwächt die Bäume und macht sie anfällig für ihren größten Feind, den Borkenkäfer. Monokulturen sind daher stark gefährdet, um das Überleben des Waldes zu sichern, sollen viele Fichten durch robustere Douglasien ersetzt werden.

Die Mischung macht’s eben – im Wald wie auf dem Weihnachtsmarkt, wie Peter Kittel schmunzelt. „Es wird in Zukunft noch stärker um Nachhaltigkeit gehen müssen und um mehr Respekt für die Natur“, prophezeit Kittel. Dabei müssen sich das Wissen darum, was man den kommenden Generationen schulde, sowie die daraus resultierende Verantwortung und die eigene Freude am Leben im Hier und Jetzt nicht ausschließen: „Wir legen schon seit vielen Jahren Wert darauf, unseren Markt plastikfrei zu halten. Mehrweg ist die Devise, nicht Einweg – und vor allem keinen Kitsch, keinen Plunder.“

Professionell und ohne größere Verluste wurde die imposante Fichte sodann gefällt und zum Abtransport bereit gemacht. „Im vergangenen Jahr mussten wir leider die Spitze einbüßen, aber diesmal hat alles hervorragend geklappt“, freut sich der Veranstalter. Mit einem musikalischen Gruß durch die Tangrintler Jagdhornbläser, die ihr Halali spielten, wurde der Fichte die letzte Ehre erwiesen, bevor man auf die Suche nach dem Christkind ging.

Glitzernde Sternchen zwischen den Grashalmen führten den aufmerksamen Spaziergänger zu ihm. In einigen Metern Entfernung saß es mucksmäuschenstill auf einer Waldlichtung, ab vom Dröhnen der Motorsäge. In einer himmlischen Robe in Weiß und Gold, mit blonden Locken und huldvollem Lächeln begrüßte es die Journalisten und Tangrintler Jagdhornbläser. Die „kleine Süße“ sei es geworden, wurde vorab schon gemunkelt, denn das Casting mit den sechs hübschen Finalistinnen war aufgeregt verfolgt worden. Und tatsächlich, den begehrten „Job“ konnte sich die 22-jährige Amelie Thaler sichern. Ihre Vertreterin wurde in diesem Jahr die dunkelhaarige Samantha Geller, die ebenfalls in dieser Vorweihnachtszeit Seniorenheime, Krankenhäuser und andere Einrichtungen besuchen und ein wenig Zauber verbreiten wird.

Einen Vorgeschmack auf ihre Aufgabe bekam Amelie schon an diesem Tag mitten im Wald, denn jeder wollte natürlich noch ein Selfie mit dem frischgebackenen Christkind haben, das schon in der Kindheit davon träumte, Christkind zu werden. Die Studentin für Grundschullehramt stammt aus Traunstein am Chiemsee und wird mit ihrer hilfsbereiten und offenen Art den Menschen in Regensburg wieder bewusst machen, wofür Weihnachten eigentlich steht. Auf dem Romantischen Weihnachtsmarkt auf Thurn und Taxis wird sie täglich um 17, 18 und 19 Uhr auf dem Prunkbalkon im Innenhof erscheinen, Gedichte vortragen und Sternenstaub verteilen.

Ein bisschen müssen wir uns für dieses Spektakel jedoch noch gedulden: Der Romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis öffnet erst am Freitag, 22. November, um 12 Uhr seine Pforten.


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