24.07.2019, 22:19 Uhr

Vorsicht bei Zufallsfunden 2018 wurden in Bayern rund 120 Tonnen Kampfmittel beseitigt

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat im Jahr 2018 in Bayern rund 120 Tonnen Kampfmittel beseitigt, darunter mehr als 200 Bombenblindgänger, und insgesamt fast 50 Tonnen mehr als 2017. Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mitgeteilt.

BAYERN „Darunter waren auch 220 alliierte Spreng- und Splitterbomben, wie sie vor allem im Zusammenhang mit Bauvorhaben gefunden werden. Der vom Freistaat beauftragte Kampfmittelbeseitigungsdienst muss sie meist schon vor Ort unschädlich machen, oft müssen Anwohner evakuiert werden.“ Die Experten des Räumdienstes gingen dabei mehr als 1.100 Meldungen nach. Herrmann: „Vor allem dort, wo es zu Kriegszeiten Bombardierungen gab, etwa im Umfeld ehemaliger Rüstungsbetriebe oder in städtischen Arealen, müssen wir auch weiterhin mit Bombenblindgängern rechnen.“

Nach Schätzungen von Experten sind etwa zehn Prozent der im Zweiten Weltkrieg abgeworfenen Spreng- und Splitterbomben nicht detoniert. Grundstückseigentümer und Bauherren sollten insbesondere im Vorfeld von Erdarbeiten jedem Verdacht auf möglicherweise vorhandene Kampfmittel nachgehen: „Gegebenenfalls müssen Fachfirmen beauftragt werden, Kampfmittel aufzuspüren, zu bergen und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Entsorgung zu übergeben“, so Herrmann. Das Innenministerium hat eine Fachfirma mit den Aufgaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes betraut und auch 2018 wieder mehr als 1,2 Millionen Euro in die Entsorgung und Beseitigung der Kampfmittelfunde investiert.

Der Minister mahnte bei sogenannten Zufallsfunden zu besonderer Vorsicht: „Gehen Sie kein Risiko ein! Fassen Sie Munition keinesfalls an und lassen Sie den verdächtigen Gegenstand in der vorgefundenen Lage. Verständigen Sie sofort die Polizei.“


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