25.05.2019, 00:19 Uhr

Online-Umfrage des LBV Geier im Freistaat – was denkt die Bevölkerung über die Giganten der Lüfte und ihre mögliche Rückkehr?

(Foto: Wolfgang Lorenz/LBV)(Foto: Wolfgang Lorenz/LBV)

In den vergangenen Jahren war der LBV gleich mehrmals Zeuge spektakulärer Einflüge von Bart- und Gänsegeiern in Bayern. Beide Geierarten sind zwar schon lange keine heimischen Brutvögel mehr, tauchen aber in unregelmäßigen Abständen immer wieder, vor allem in der deutsch-österreichischen Grenzregion, am Himmel über dem Freistaat auf.

BAYERN So werden schon seit einiger Zeit mehrmals im Jahr einzelne Bartgeier beobachtet. 2017 und 2018 dokumentierten die bayerischen Naturschützer jeweils den Ausflug einer Gruppe von Gänsegeiern. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie des LBV zur Wiederansiedelung von Bart- und Gänsegeier in Bayern, möchte der LBV durch eine Online-Umfrage herausfinden: Wie stehen die Bayern zu Geiern? Bis zum 30. Juni 2019 können alle Interessierten den Naturschützern so ihre Einstellung zu Geiern mitteilen. Die Beantwortung der Fragen dauert höchstens fünf Minuten und erfolgt ganz einfach im Internet unter www.lbv.de.

Weltweit nehmen Geierbestände in vielen Regionen dramatisch ab. Der LBV möchte den Schutz der europäischen Geier in Deutschland aktiv unterstützen. „Wir gehen nach unseren bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass in Zukunft noch häufiger als bisher Geier über dem Freistaat kreisen werden. Der LBV hat deshalb im Rahmen einer Machbarkeitsstudie eine Online-Umfrage zur Einstellung der bayerischen Bevölkerung zu Geiern gestartet“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Unter den insgesamt 19 kurzen Fragen behandeln einige die Einstellung gegenüber den majestätischen Greifvögeln. Dazu wird abgefragt, ob Regionen in denen Freilassungen stattfänden, besucht werden würden, oder wie die Einstellung zu möglichen Futterplätzen für Geier wäre. „Je mehr Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, desto klarer wird unser Bild zur Einstellung der bayerischen Bevölkerung gegenüber den Giganten der Lüfte. Wir hoffen deshalb auf zahlreiche Teilnehmer“, sagt Schäffer.

Als Aasfresser sind alle Geierarten durch das Ausbringen von Giftködern besonders von illegaler Verfolgung betroffen. Auch direkte, illegale Abschüsse kommen immer wieder vor, so wie vor wenigen Tagen bei einem Gänsegeier im Vorarlberg unmittelbar in der deutsch-österreichischen Grenzregion. Kollisionen mit Windrädern und Kabelleitungen sind eine weitere unnatürliche Todesursache, wie auch tödliche Stromschläge an ungesicherten Strommasten. „Geier haben eine geringe Nachwuchsrate, sodass sich die Bestände unter diesen Bedingungen nur sehr langsam erholen. Immerhin entwickeln sie sich aber in Europa positiv und so könnte Europa zum Kontinent der Geier werden“, sagt Norbert Schäffer. Dramatische Bestandseinbrüche werden aktuell aus Afrika und Asien dokumentiert, wobei die Geier vor allem in Asien großflächige Verluste erleiden. Dafür wachsen aktuell die Geierzahlen in Spanien.


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