28.03.2019, 11:21 Uhr

Michael Feiler erzählt Lebensgefahr auf der A93 – Stein schlägt in Windschutzscheibe ein


Michael Feiler ist 25 Jahre alt, er arbeitet bei einem großen Unternehmen in der Stadt Regensburg, pendelt für seine Schichten von Wenzenbach nach Regensburg. Er nutzt dabei die Autobahn A93 – so auch am Donnerstag, 21. März, um kurz nach 13 Uhr. Das, was er da erlebte, steckt dem jungen Mann noch immer in denKnochen.

REGENSBURG Es war etwa 13.10 oder 13.15 Uhr, schildert Feiler im Wochenblatt-Gespräch, als er sich an jenem Donnerstag dem Pfaffensteiner Tunnel näherte. Auf der letzten Brücke vor dem Tunnel bemerkte er eine Person, dann fuhr ein Linienbus über die Brücke. Und plötzlich sah der 25-Jährige etwas fallen, ein Stein schlug in der Windschutzscheibe ein – direkt auf der Fahrerseite, auf Kopfhöhe! Feiler reagiert besonnen, fährt einfach weiter, versucht, die Spur zu halten. Das gelingt dem jungen Mann, er schafft es, sein Fahrzeug sicher bis zu seiner Arbeitsstelle zu lenken. „Auf der Autobahn hätte ich nicht anhalten können, da kam ja gleich der Tunnel“, sagt Feiler. In der Arbeit angekommen, ruft er die Polizei – zunächst meldet er sich bei der PI Regensburg-Süd, dort verweist man ihn auf den Notruf. Eine Streife wird losgeschickt, sich am Tatort näher umzusehen.

So langsam wird Feiler bewusst, dass er Riesenglück hatte. Nicht auszudenken, wenn er das Lenkrad verrissen oder stark abgebremst hätte. Wer weiß, was dann die Folge gewesen wäre.

Der VW Golf des 25-Jährigen ist zum Glück nur an der Scheibe beschädigt, trotzdem wird die Reparatur rund 900 Euro kosten. Auf der Selbstbeteiligung wird er wohl sitzen bleiben, denn er hat wenig Hoffnung, dass der Steinewerfer gefunden wird. Trotzdem hofft er, dass irgendjemand auf der Brücke etwas gesehen hat. Vielleicht hat auch der Fahrer des Linienbusses oder einer der Fahrgäste im Bus etwas bemerkt, das zum Täter führen könnte.

Früher, so erzählt Michael Feiler, als solche Taten gehäuft vorkamen, habe er immer aufgepasst, wenn er unter Brücken hindurchfuhr. In letzter Zeit habe er von weniger Vorfällen gehört, „da hat die Aufmerksamkeit nachgelassen“, schildert der 25-Jährige. Doch jetzt passt er wieder besser auf: „Ich habe ein mulmiges Gefühl, wenn ich jetzt unter einer Brücke hindurchfahre.“ Als kürzlich ein Fahrradfahrer auf besagter Brücke fuhr, wechselte Feiler die Spur. Er weiß, dass er großes Glück hatte, dass der Stein die Scheibe nicht durchschlagen hat – solch einen Vorfall will er nicht nocheinmal erleben.

Feiler fragt sich, warum jemand einen Stein von einer Brücke wirft. Waren es vielleicht Schüler? Die Uhrzeit des Vorfalles könnte darauf hindeuten. „Jedes Kind macht mal Blödsinn. Aber einen Stein auf die Autobahn werfen?“ Feiler appelliert an Eltern ihre Kinder wachzurütteln, dass es kein Spaß ist, mit Steinen zu schmeißen. Im ungünstigsten Fall bringt man Menschen in Lebensgefahr – so wie am Donnerstag am Pfaffensteiner Tunnel. Und nicht immer geht es gut aus wie bei Michael Feiler, der bis auf einen ordentlichen Schock unversehrt geblieben ist!

Rainer Spangler, stellvertretender Leiter der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Regensburg, hatte den Fall am Dienstagvormittag noch nicht vorliegen, er geht davon aus, dass im Laufe der Woche die Meldung eingeht. Es komme immer wieder zu solchen Vorfällen, beschreibt Spangler gegenüber dem Wochenblatt. Das sei jedes Mal „hochbrisant und extrem gefährlich“. Gott sei Dank sei es in letzter Zeit zu keinen schweren Unfällen durch Steinewerfer gekommen.

Die VPI sucht nun Zeugen, die am Donnerstagmittag, 21. März, Beobachtungen im Bereich der Autobahnbrücke beim Pfaffensteiner Tunnel gemacht haben. Zeugen melden sich bitte unter der Telefonnummer 0941/ 505-2921.


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