25.02.2019, 09:23 Uhr

Fund beim Budeln im Garten Eine Scherbe rührt ein Museum – und die ganze Netzgemeinde!

Auf Twitter hat Sebastian Baer-Henney den Brief veröffentlicht, den das Museum geschickt hat. (Foto: Sebastian Baer-Henney/Twitter)Auf Twitter hat Sebastian Baer-Henney den Brief veröffentlicht, den das Museum geschickt hat. (Foto: Sebastian Baer-Henney/Twitter)

Zur Zeit rührt der Brief eines Sechsjährigen das Internet: „Liebe Wissenschaftler vom R.G.Museum! Mein Name ist Oskar, und ich bin sechs Jahre alt. Ich gehe schon zur Schule, aber mein Papa hilft mir trotzdem, diesen Brief zu schreiben“, so beginnt ein Brief an das Römisch-Germanische Museum in Köln.

KÖLN Oskar ist ein aufgewecktes Kind und hat beim Spielen etwas entdeckt: „Beim Buddeln im Garten habe ich diese Scherbe gefunden. Ich bin nicht sicher, ob sie aus der Römerzeit stammt. Mein Papa meint: eher nicht, aber er hat vorgeschlagen, dass ich Euch fragen kann, weil ihr das besser wisst. Könnt Ihr mir helfen?“, fragt Oskar. Tja, und das Museum konnte helfen!

Das Museum antwortete in einem Brief, den der Vater, Sebastian Baer-Henney, sensationell fand – und auf Twitter veröffentlichte, um die Netzgemeinde an Oskars Fund teilhaben zu lassen. „Mein Sohn (6) hat eine Scherbe im Garten gefunden. Er dachte, sie wäre römisch. Ich meinte, er solle ans Museum schreiben. Nun kam die Antwort. Wie wunderbar! Danke, Stadt Köln. Sowas macht Kindern Mut“, schreibt Baer-Henney und löst damit eine Welle an positiven Kommentaren aus. Die Scherbe und der Antwortbrief des Museums hat es den Usern angetan.

Im Museum selbst hat man sich ausführlich mit der Scherbe befasst: „Lieber Oskar, vielen Dank, dass Du uns beim Römisch-Germanischen Museum Deinen Fund zugeschickt hast. Alle Wissenschaftler haben sich das Fundstück angesehen und lange gerätselt, um was es sich handeln könnte.“, heißt es in dem Antwortschreiben. Nach längerem Überlegen sei man zur Erkenntnis gekommen, dass es sich um eine Scherbe aus Ton handelt. „Der Töpfer hat den Tongegenstand lange und sehr heiß im Töpferofen backen lassen. Durch die Hitze ist der Ton steinhart geworden, sodass sogenanntes ,Steinzeug’ entstanden ist. Außerdem hat der Töpfer den Ton mit einer Glasur überzogen (deswegen glänzt die Scherbe)“, erklärt man dem Sechsjährigen. Und dann wird verraten, zu was diese Tonscherbe einmal gehört hat: „Deine Scherbe stammt von einem riesigen Tonrohr, das damals in der Erde vergraben war und durch das Wasser geflossen ist. Das Rohr wurde wahrscheinlich im 19. Jahrhundert getöpfert. Es ist also wohl schon über 100 Jahre alt.“ Das war jetzt nicht ganz das, was sich Oskar vorgestellt hat, trotzdem soll er gut auf die Scherbe aufpassen, sagt das Museum. „Auch wenn deine Scherbe nicht aus der Römerzeit stammt, ist sie alt und zeigt, wie die Menschen damals in Köln gelebt haben. Du solltest sie schön aufbewahren und Deinen Freunden zeigen“, rät das Museum.

Oskars Vater ist begeistert über die „lebensnahe Antwort“, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger: „Sowas erzeugt bei Kindern Lust und Interesse. So positive Erfahrungen geben Selbstbewusstsein, Lust am Forschen und am Nachfragen.“ Und so darf Oskar auch bald das Römisch-Germanische Museum besuchen, das zieht gerade um – doch wenn alles wieder an seinem Platz ist, wird Oskar einer der Ersten sein, der sich dort ganz genau umsieht!


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