07.02.2019, 10:25 Uhr

Unglaublich Raser prescht mit 146 km/h über den Schierlinger Marktplatz


Die Marktgemeinde Schierling liegt idyllisch im Labertal, der Marktplatz ist schön saniert. Doch was Bürgermeister Christian Kiendl dem staunenden Gemeinderat über eine Geschwindigkeitsmessung mitteilte, erschütterte so manchen.

REGENSBURG Was Mitte Januar an zwei Tagen hintereinander im beschaulichen Schierling passiert ist, das bringt Bürgermeister Christian Kiendl noch heute in Rage. „Ich verstehe diese Unverantwortlichkeit auch nicht. Wenn etwas passiert, ist das Wehklagen groß“, so der Bürgermeister. Das Unvorstellbare: Sowohl am 10., als auch am 11. Januar dieses Jahres kam es zu einer unvorstellbaren Geschwindigkeitsüberschreitung. Am 10. Januar wurde ein Autofahrer gemessen, wie er mit 142 Sachen über den Marktplatz raste – bei erlaubten 50 km/h! Und dem noch nicht genug: Am nächsten Tag fuhr ein weiterer Autofahrer mit 146 km/h über den Marktplatz!

Bürgermeister Kiendl war so entsetzt, dass er im Marktgemeinderat letzten Dienstag das Thema ansprach. „Ich wollte das öffentlich ansprechen, damit es vielleicht ein Umdenken gibt“, so Kiendl. Gemessen hatte den Spitzenwert der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit. Aufgestellt wurde auf dem Marktplatz ein kleiner grauer Kasten, ein sogenannter TOPO. Das Gerät erfasst sowohl den Fahrzeugtypen, als auch die Geschwindigkeit. Doch nach Angaben des Geschäftsführers des Zweckverbandes, Maximilian Köckritz, handelte es sich bei der Schierlinger Messung lediglich um ein statistisches Verfahren. In dem grauen Kasten, den die Gemeinde auf dem Marktplatz aufstellen ließ, „ist ein Radarerfassungsgerät zur Feststellung der Geschwindigkeit und Richtung und ein Mikrofon zur Feststellung der Art des Fahrzeugs anhand der Motorgeräusche“ verbaut, so Köckritz. Sprich: Die beiden Raser gehen straffrei aus! Gerüchte, wonach die Raser auf andere Weise identifiziert wurden, haben sich nicht bestätigt.

Gemessen wurde zwischen dem 8. und dem 15. Januar auf dem Schierlinger Rathausplatz. An der Stelle gibt es sogar einen Zebrastreifen, Raser hätten also durchaus Menschen gefährden können! An den acht Messtagen wurden fast täglich Fahrzeuge festgestellt, die mehr als 100 Sachen fuhren. Und das mitten im Ortskern!

Innerhalb von Orten scheinen Geschwindigkeiten von über 100 km/h eher die Ausnahme zu sein. Insofern sind die beiden Verstöße von 142 und 146 km/h durchaus krasse Ausnahmen. Die Verkehrspolizei Regensburg etwa teilt mit, dass die auffälligsten bestraften Überschreitungen etwa in Tegernheim im Landkreis Regensburg bei 87 km/h bei erlaubten 50 lagen – das gab eine Strafe von 160 Euro und zwei Punkte in Flensburg sowie einen Monat Fahrverbot. Durchaus rasanter geht es auf der Autobahn zu: Auf der A3 in Richtung Nürnberg etwa wurde ein Fahrer mit 162 km/h gemessen – bei erlaubten 80 km/h, denn dort wird gebaut. 600 Euro kostete das den Fahrer, neben zwei Punkten wurde der Führerschein drei Monate lang eingezogen. Gleiche Strafe kassierte ein weiterer Fahrer auf der A3, der bei erlaubten 120 km/h immerhin 198 Sachen fuhr.