31.01.2019, 07:20 Uhr

Ist das ein Klo? Jetzt ist klar Der hässliche neue Kiosk am Dachauplatz soll die Farbe wechseln

Der Kiosk am Dachauplatz ist umstritten. Möglicherweise wird er sogar umgestrichen. Foto: Eckl (Foto: ce)Der Kiosk am Dachauplatz ist umstritten. Möglicherweise wird er sogar umgestrichen. Foto: Eckl (Foto: ce)

In Regensburg wurde ein historisch belasteter Platz saniert. Erst explodierten die Baukosten, dann funktionierte lange die Technik eines kunstvollen Brunnens nicht – jetzt steht der neue Kiosk seit Monaten leer. Zu allem Übel hat er die Optik eines Baucontainers.

REGENSBURG Der Dachauplatz, wenige Meter vom Regensburger Dom und vom neuen Bayern-Museum entfernt, ist historisch vorbelastet. Hier haben die Nationalsozialisten ihre Vorstellung einer Verwaltungsstadt umgesetzt, das Neue Rathaus ist ebenso ein Nazi-Bau wie die Polizei, in der einst die Gestapo untergebracht war. Kurz vor Kriegsende kam es hier zu einer Hinrichtung, die noch heute im Gedächtnis der Regensburger die Gräuel dieser Zeit symbolisiert. Ein Gedenkstein erinnert an die Ermordeten, doch er steht wie verloren auf dem Platz, dem die Stadtväter erst im letzten Jahr ein neues Gesicht geben wollten. Für viele Regensburger ist das ziemlich daneben gegangen.

Los ging es schon einmal mit den Baukosten. Weil die alte Römerstadt Regensburg immer ein paar Geheimnisse preisgibt, sobald man gräbt, stiegen die Kosten für die Archäologen eklatant. Am Ende zahlte der Steuerzahler 650.000 Euro – für einen Brunnen, neun japanische Bäume und einen neuen Kiosk. Und genau der sorgt nun für Kopfschütteln bei den Passanten.

Denn optisch sieht der Kiosk aus wie ein Baucontainer. Touristen wurden schon dabei beobachtet, wie sie an der Tür rüttelten, denn auch eine Toilette käme als Zweck des orangen Kastens in Frage. Kein Wunder, denn der Kiosk steht seit Monaten leer. Martin Gottschalk, Sprecher der Regensburger Stadtwerke, sagt: „Bislang gibt es neun Interessenten für den Betrieb des Kiosk, eine Entscheidung über die Vergabe fällt Ende Februar.“ Eröffnet werden soll der Kiosk also dann am 1. März. Und auch zur stark kritisierten Farbe des Kiosk äußert sich Gottschalk: „Je nach Konzept werden dann im Vorfeld auch noch gestalterische Veränderungen an der Fassade des Kiosks vorgenommen werden“, so der Sprecher. „Das heißt, es ist nicht gesetzt, dass der Kiosk die aktuelle Farbe behält.“


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