30.01.2019, 16:42 Uhr

Sechs Erzieherinnen erkrankt Mysteriöse Pilz-Infektion im Kinderhaus – Stadt schickt alle Kinder zum Arzt

Geisterhaft liegt das Kinderhaus Pestalozzi im Regensburger Ostpark. (Foto: ce)Geisterhaft liegt das Kinderhaus Pestalozzi im Regensburger Ostpark. (Foto: ce)

Die Angst geht um im Regensburger Stadtosten. Grund: Eine Seuchenwarnung des Gesundheitsamtes! Hintergrund scheint eine geheimnisvolle Pilz-Infektion zu sein. Die Behörden sind alarmiert, die Kindertagesstätte ist zunächst dicht!

REGENSBURG Geisterhaft liegt das Kinderhaus Pestalozzi im Regensburger Ostpark. Zwar kommt gerade ein städtischer Mitarbeiter aus dem Gebäude. Doch wo sonst Kinder über die Flure tollen, herrscht gerade völlige Stille: Das Kinderhaus ist geschlossen – Seuchenwarnung!

Per Elternbrief informierte die Stadt Regensburg und das Gesundheitsamt Anfang der Woche die Eltern. Zunächst blieb die Einrichtung zwischen 21. und 25. Januar geschlossen. Doch bis zum Mittwoch, 30. Januar, war die Einrichtung geschlossen. Ein Aushang weist darauf hin, dass die Ursache eine ebenso mysteriöse wie ansteckende ist: „Wie Sie bereits informiert wurden, ist im städtischen Kinderhaus Pestalozzi die Borkenflechte (Impetigo contagiosa) ausgebrochen. Hinzugekommen ist eine hochansteckende Pilzerkrankung, die zu immer neuen Fällen führt“, heißt es auf dem Aushang. Und weiter: „Eine Ansteckung der Familienmitglieder ist nicht auszuschließen.“ Hinzugekommen ist aber zwischenzeitlich ein zweiter Aushang, der die Dauer der Schließung bereits bis 2. Februar ankündigt. „Hinzugekommen ist ein Mäusebefall in der Einrichtung“, heißt es weiter. Wie das Gebäude in diesen Zustand geraten konnte – das ist noch rätselhaft.

Eleonore Hartl-Grötsch, die Leiterin des für die städtischen Kindertagesstätten zuständigen Amtes, hat die Warnung an die Eltern und die Ankündigung der Schließung unterzeichnet. Sie bittet auch sowohl Eltern, als auch deren Angehörige, sich ärztlich untersuchen zu lassen. „Das Gesundheitsamt bittet alle bei uns betreuten Kinder während dieser Zeit“ – gemeint ist die Schließung – „einem Hausarzt vorzustellen und mit beiliegendem Attest eine Wiederzulassung zum Besuch des Kinderhauses bescheinigen zu lassen“, so Hartl-Grötsch. Auch die Eltern sollten sich untersuchen lassen, schreibt die Amtsleiterin. „Ohne Attest ist eine Wiederaufnahme in der Einrichtung nicht möglich“, so die Amtsleiterin weiter.

Das für das Gesundheitsamt zuständige Landratsamt indes gibt zumindest in Teilen Entwarnung. Zwar bestätigt Behördensprecher Hans Fichtl, dass einige Hautpilzerkrankungen aufgetreten sind. „Der genaue Typ ist aufgrund der lange dauernden Kultur noch nicht bekannt“, so Fichtl. Aber In Sachen Borkenfelchte zumindest kann der Behördenmitarbeiter Entwarnung geben: „Bis zum heutigen Tag ist bei keinem Kind ein Hautpilz gefunden worden“, so Fichtl weiter. „Auch Angehörige von Kindern sind bisher nicht erkrankt“, fügt er noch an. Zumindest der Verdacht auf die Borkenflechte hat sich bisher noch nicht erhärtet. Die Schließung des Kinderhauses „erfolgte durch die Stadt Regensburg. Eine Wiedereröffnung wird ebenfalls durch die Stadt veranlasst“, so Fichtl weiter. „Vorher – noch diese Woche – wird das Gesundheitsamt eine infektionshygienische Begehung durchführen.“

Derzeit werden die Räumlichkeiten desinfiziert. Immerhin waren vergangene Woche sechs von 18 Betreuerinnen an der Pilzinfektion erkrankt. Ärzte und Biochemiker an der Uniklinik Regensburg arbeiten gerade noch daran, die Pilzart zu identifizieren.


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