28.01.2019, 13:08 Uhr

Trotz Hiobsbotschaft Lichttechnik aus Regensburg erleuchtet den Petersdom in Rom


Der Osram-Standort Regensburg musste letzte Woche die Hiobsbotschaft verkraften, dass bis zu 300 Arbeitsplätze gestrichen werden. Doch die Konzernleitung holte sich lieber Zuspruch in Rom: Wie bereits früher berichtet, wurde der Petersdom und der Petersplatz mit Lichttechnik, unter anderem aus Regensburg, ausgestattet.

REGENSBURG/ROM Die Planungs- und Installationsarbeiten für die neue LED-Beleuchtung dauerten rund eineinhalb Jahre: Nun erstrahlt der Petersdom in neuem Lichterglanz. Das gesamte Beleuchtungskonzept für das Projekt hat Osram maßgeschneidert, um zukünftig alle Schätze der bedeutsamsten Basilika der Welt optimal hervorzuheben. Mehr als 780 Spezialleuchten, bestückt mit zirka 100.000 Leuchtdioden, kommen dafür zum Einsatz. Die Beleuchtung der rund 22.000 Quadratmeter Grundfläche umfassenden Kirche kann dank einer intelligenten Steuerung auf vordefinierte Lichtszenarien im Handumdrehen angepasst werden. Durch das neue LED-Licht sind nun beispielsweise die Mosaike in den Kuppeln der Seitenschiffe bis ins kleinste Detail erkennbar. Zahlreiche Kunstwerke, die vorher im Halbdunkel verschwanden, erstrahlen jetzt in vollem Glanz.

„Wir sind sehr stolz auf dieses lichttechnische Meisterwerk im Petersdom. Das Projekt zeigt, dass sich mit der richtigen Expertise Historie und Hightech bestens vereinbaren lassen. Über 500 Jahre Geschichte erstrahlen nun in digital gesteuertem LED-Licht“, so Olaf Berlien, CEO der OSRAM Licht AG. „Sowohl Kunstliebhabern als auch Pilgern, die zu diesem Zentrum des katholischen Glaubens kommen, wurde mit diesem Projekt ein großer Dienst erwiesen. Wir freuen uns sehr darüber, dass dieser wichtige Ort dank des neuen Beleuchtungskonzepts in einem ganz besonderen Licht erstrahlt“, so Kardinal Giuseppe Bertello, Präsident des Governatorats des Staates Vatikanstadt.

„Die neue Beleuchtung des Petersdoms entspricht in vollem Umfang den Anforderungen für Verehrung, Gebet und Messfeiern, insbesondere dann, wenn der Heilige Vater anwesend ist. Mit diesem ‚intelligenten‘ Beleuchtungskonzept haben wir außerdem ein weiteres Ziel erreicht: die Möglichkeit, die architektonische Schönheit des Petersdoms zu bewundern“, sagte Kardinal Angelo Comastri, Erzpriester der vatikanischen Papstbasilika St. Peter. „Im Rahmen dieses Projektes haben die Technischen Dienste des Governatorats und Osram in einem Team zusammengearbeitet, das aufgrund seiner Erfahrungen ein einzigartiges Projekt enormen Umfangs durchführen konnte“, meinte Don Rafael Garcia De La Serrana Villalobos, Direktor Technische Leitung der Vatikanstadt.

Die innovative LED-Beleuchtung mit hoher Spektralqualität und effizienter fotometrischer Verteilung hat die Blendung erheblich reduziert. Aufgrund ihrer besonderen Geometrie und der kompakten Abmessungen, konnten die Leuchten optimal in die Architektur integriert werden. Die Anzahl der Leuchten wurde zudem dank ihrer Effizienz erheblich reduziert. Zusammen mit der digitalen Steuerung wird so im Vergleich zur alten Beleuchtung eine Energieeinsparung von bis zu 90 Prozent möglich.

Die neue LED-Beleuchtung betont die Meisterwerke im Inneren des Sakralbaus, wie etwa die über 10.000 Quadratmeter umfassenden Mosaike, und ermöglicht den Besuchern darüber hinaus ermüdungsfreies Lesen. Bisher waren unter anderem die Kuppeln in den kleinen Seitenschiffen fast unbeleuchtet; jetzt werden sie durch das neue Beleuchtungskonzept optimal in Szene gesetzt. Details, die in der 500-jährigen Geschichte des Petersdoms noch nie sichtbar und selbst Kunstexperten unbekannt waren, sind nun ohne störende Reflexionen zu sehen.

Cathedra Petri im Petersdom mit neuer Beleuchtung. (Foto: MARCO ANDREOZZI)

Die digitale Steuerung ermöglicht es, spezifische Beleuchtungsszenarien sowohl auszuwählen als auch zu erstellen oder zu verändern. Dank der neuen Beleuchtung ist nun zudem die Übertragung von Fernsehbildern in hoch- und höchstauflösenden Einstellungen mit 4K bzw. 8K möglich. Die gesamten Installationsarbeiten wurden von der Direktion der Technischen Leitung der Vatikanstadt übernommen, die unter anderem wichtige Empfehlungen zum ursprünglichen Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Dombauhütte von St. Peter erteilte.

Der Petersdom ist 190 Meter lang und wird täglich von 27.000 Besuchern besichtigt. Die drei Schiffe haben jeweils eine Breite von 58 Metern; das Mittelschiff misst am höchsten Punkt des Gewölbes fast 46 Meter. Die Kuppel ist zirka 137 Meter hoch. Dank des neuen Beleuchtungskonzepts ist nun zum ersten Mal seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 1506 jedes Detail dieses architektonischen Meisterwerkes in voller Pracht und Schönheit zu sehen.