21.01.2019, 17:20 Uhr

Neue Ära im Bischofshof Abschied von den Schmalhofers im Wohnzimmer der Regensburger


Bis zum September kocht Bischofshof-Pächter Herbert Schmalhofer noch weiter, doch dann wird eine Systemgastronomie unter der Regie der Brauerei Bischofshof an Stelle des Wirtsehepaars treten. Doch auch die hat ein Gesicht: Eric Hagelstein ist in Wolle gewaschener Gastronom und der Rheinländer hat ein Ass im Ärmel: Seine Frau ist aus Österreich und hat sich schon in Regensburg verliebt.

REGENSBURG Gerade die Frauen mussten sich plagen, um die Tränen zu unterdrücken: Monika Schmalhofer ist die Seele des Bischofshofs seit mehr als 30 Jahren. Und ihre Tochter Stephanie Birnthaler hat eine Kindheit und Jugend in einer Gastwirtschaft erlebt, die viel mehr ist als nur ein Wirtshaus: Der Bischofshof am Dom ist die Seele des kirchlichen und kulinarischen Regensburgs. Kein Wunder, dass Brauereidirektor Hermann Goß nicht nur salbungsvolle Worte fand, sondern der Wirt selbst durchaus mit Klos im Hals seine Ära so zusammenfasste: „Als wir 1985 zunächst das Hotel und 1986 die Gastwirtschaft übernommen haben, hätten wir uns nie gedacht, dass wir 34 Jahre hier bleiben werden“, sagte Herbert Schmalhofer, der Koch, der damals von Fürst Johannes von Thurn und Taxis in den Bischofshof wechselte.

Wenn man die Frage stellt, wer eigentlich Nachfolger von den Wirtsleuten Schmalhofer wird, dann kann man das so klar eigentlich gar nicht benennen. Denn erstmals will Bischofshof eine Gastronomie dieser Größe in Eigenregie stemmen. Dafür hat man mit Eric Hagelstein nicht nur einen in Wolle gewaschenen Gastronomen nach Regensburg geholt. Der gebürtige Rheinländer hat zwar in der Oberpfalz noch Migrationshintergrund, „aber meine Frau ist Österreicherin, die hat sich sofort sehr zuhause gefühlt“, sagte Hagelstein. Der Systemgastronom wird die „Gastro Service GmbH“ als Geschäftsführer übernehmen. Brauereidirektor Goß, der selbst Ende Juni in Ruhestand geht, räumte ein, dass er schlicht auch Angst hatte: „Ich habe mir überlegt, was es bedeuten würde, wenn ich beim Pächter einen Fehlgriff tätigen würde.“ Der Bischofshof als das Aushängeschild der Brauerei sei zu wichtig. Ab August ist Hagelstein dann im Haus, die Schmalhofers verlassen „ihr Schiff“ Ende September.

Stephanie Birnthaler sagte übrigens, sie und ihr Mann seien in vielen Projekten in der Hotelerie tätig. Lediglich zu den Schlossfestspielen sind sie auch Gastronomen. „Insofern stand es nie zur Debatte, dass wir uns um den Bischofshof bemühen“, sagte Birnthaler. Zudem hätte das bedeutet, dass Vater und Mutter „nie frei gewesen wären, sie hätten sich immer verpflichtet gefühlt.“ Beid en Schlossfestspielen werde man heuer erstmals den ganzen Park gastronomisch bedienen. Herbert Schmalhofer sagte ganze vier mal (!), dass er der Tochter sehr gerne unter die Arme greifen würde.

Eine Ära geht zu Ende, doch Herbert Schmalhofer erzählt eine kleine, aber vielsagende Anekdote: Als seine Enkelin erfuhr, dass der Opa und die Oma nicht mehr im Bischofshof sein würden, sagte sie: „Aber kriegen wir dann überhaupt noch etwas zu Essen?“ Schmalhofer tat so, als würde er einen Telefonhörer abnehmen und schilderte: „Ich sagte, dann rufst Du den Opa an, wenn Du Hunger hast.“ Familie – das war der Bischofshof. Für ihn. Für Papst Benedikt und seinen Bruder Georg. Und für drei Bischöfe.


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