21.01.2019, 07:59 Uhr

Unfassbare Tat Anti-Asyl-Aktivist aus Chemnitz soll Ex-Freundin entführt und vergewaltigt haben

Foto: chalabala/123RF (Foto: chalabala/123RF)Foto: chalabala/123RF (Foto: chalabala/123RF)

Es ist schlicht unfassbar: Ein Anti-Asyl-Aktivist aus Einsiedel bei Zwickau soll seine Ex-Freundin gefangen genommen und mit ihr durch halb Deutschland gerast sein. Dabei soll der 26-Jährige die 24-jährige Frau vergewaltigt haben.

REGENSBURG Die Chemnitzer Kriminalpolizeiinspektion und die Staatsanwaltschaft Chemnitz führen gegenwärtig intensive Ermittlungen gegen einen 26-jährigen Mann. Er steht im Verdacht, eine Bekannte (24) gegen ihren Willen über mehrere Stunden festgehalten und auch vergewaltigt zu haben, heißt es in einem Bericht der Kriminalpolizei.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Tatverdächtige am Donnerstag, 17. Januar, gegen 3.30 Uhr Zutritt in die Chemnitzer Wohnung seines Opfers verschafft hat. Unter Anwendung von Gewalt musste die junge Frau dem 26-Jährigen in sein Auto folgen. Laut Berichten handelte es sich um einen Cadillac. Im weiteren Tagesverlauf fuhr der Tatverdächtige mit der jungen Frau ziellos über mehrere Bundesautobahnen. Nach einem Tankbetrug in Hessen kehrte der 26-Jährige mit der 24-Jährigen um und fuhr zurück in Richtung Sachsen.

Dabei verging sich der Tatverdächtige nach jetzigem Ermittlungsstand an seinem Opfer. Einsatzkräfte konnten den Mann während der laufenden Fahndungsmaßnahmen gegen 23.30 Uhr im Landkreis Zwickau vorläufig festnehmen. Die 24-Jährige, die leichte Verletzungen aufwies, wurde zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. In seiner polizeilichen Vernehmung hat sich der Tatverdächtige zu den Vorwürfen eingelassen. Die vorläufige Festnahme ist aufrechterhalten worden. Die Ermittlungen laufen ungeachtet dessen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft weiter.

Befreit worden sei die junge Frau nach einem Hinweis. Der mutmaßliche Täter ist bekannt in rechtsextremen Kreisen, heißt es aus Chemnitz. Die Stadt war in Verruf geraten, weil nach einem Mord die rechtsextreme Szene mobil machte und es zu Demonstrationen und Ausschreitungen kam. Laut Medien war der Tatverdächtige nicht nur Sympathisant, sondern Aktivist der Anti-Asyl-Kampagne. Gerade Straftaten von Migranten werden in diesen Kreisen häufig genutzt, um Hetze zu verbreiten gegen ganze Bevölkerungsgruppen. Diesmal ist der Tatverdächtige allerdings einer, der vorgibt, das Abendland retten zu wollen.