01.01.2019, 11:34 Uhr

Untersuchungshaft Das sind die Gewalt-Prügler von Amberg

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Die vier jungen Asylbewerber, die am 29. Dezember prügelnd durch Amberg liefen, sind in Untersuchungshaft. Es besteht Fluchtgefahr. Einer der Täter kam aus Regensburg. Ungeklärt ist noch, ob es sich bei ihm um einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling handelt, der unter Aufsicht des Jugendamtes steht.

REGENSBURG Nachdem noch in den Abendstunden die Festnahme von vier Tatverdächtigen gelang, erfolgte am Sonntagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Vorführung der Tatverdächtigen vor die Ermittlungsrichterin am Amtsgericht. Diese erließ Haftbefehle und die Beschuldigten wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ereignete sich die erste Tat gegen 18.45 Uhr als ein Zugfahrgast in der Bahnhofshalle unvermittelt mit Schlägen körperlich attackiert wurde. Der Täter flüchtete anschließen aus dem Bahnhofsgebäude. In der Folge gingen bei der Polizeiinspektion Amberg und bei der Polizei-Einsatzzentrale mehrere Anrufe ein, in denen über eine tätliche Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten im Bereich des Bahnhofsvorplatzes berichtet wurde. Eine umgehend zum Bahnhof beorderte Polizeistreife konnte vor Ort keine Auseinandersetzung feststellen. Die Täter hatten sich in Richtung Bahnhofstraße entfernt.

Am Einsatzort zeigte sich, dass es im und vor dem Bahnhof zu Attacken auf Passanten gekommen war. Die Geschädigten wurden dabei überwiegend leicht verletzt. Trotz umgehend eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen durch die Polizeiinspektion Amberg, mit Unterstützung von umliegenden Dienststellen, gelang es der Tätergruppierung zunächst unterzutauchen. Gegen 21 Uhr nahmen die Einsatzkräfte dann vier tatverdächtige, junge Männer im Bereich Obere Nabburger Straße / Schanzgäßchen fest. Hierbei setzte sich einer der Tatverdächtigen körperlich zur Wehr und beleidigte die Einsatzkräfte.

Die Festgenommenen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren sind afghanische, syrische und iranische Staatsangehörige und standen unter Alkoholeinfluss. Ihnen wird vorgeworfen in den Abendstunden zwischen 18:45 Uhr und dem Zeitpunkt der Festnahme gegen 21 Uhr insgesamt zwölf Personen im Bereich des Bahnhofes und der angrenzenden Altstadt körperlich attackiert und verletzt zu haben. Im Verlauf der umfangreichen Sachbearbeitung ergab es sich, dass entgegen der ersten Veröffentlichung, drei weitere Personen Verletzungen geltend machten. Die Geschädigten im Alter zwischen 16 und 42 Jahren erlitten überwiegend leichte Verletzungen. Ein Jugendlicher im Alter von 17 Jahren wurde aufgrund einer Kopfverletzung, zur Überwachung stationär im Krankenhaus aufgenommen. Zudem wurde durch einen der Verdächtigen ein Pkw durch einen Tritt beschädigt.

Nach Sachvortrag durch die Polizeiinspektion Amberg stellte die Staatsanwaltschaft Amberg Haftantrag gegen die vier Festgenommenen, insbesondere wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Ermittlungsrichterin am Amtsgericht erließ am Sonntagabend, nach Würdigung der Gesamtumstände Haftbefehle gegen die vier Beschuldigten, welche daraufhin getrennt voneinander in Justizvollzugsanstalten eingeliefert wurden.

Zwischenzeitlich äußerte sich auch der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny. Er erklärte wörtlich:

„Ich bin genauso entsetzt wie viele andere Amberger, die diese Nachricht heute gelesen haben. Wir brauchen solche Gewalt in Amberg nicht und wollen sie bei uns nicht sehen. Der erste Gedanke gilt den Opfern der Gewalt, die sich hoffentlich schnell erholen und das Erlebte schnell verkraften. Die Justiz muss da mit der angemessenen Härte reagieren und in der Folge auch die Asylbehörden bzw. Einrichtungen der Jugendhilfe. Es darf natürlich nicht verallgemeinert werden, in der Gänze haben diese Idioten aber auch den friedlichen und engagierten Asylbewerbern einen Bärendienst erwiesen.“