01.01.2019, 11:24 Uhr

Unfassbar Polizei muss Feuerwehrler mit Maschinenpistolen vor wütendem Mob schützen

Symbolbild: Bayerische Polizisten. (Foto: Polizei)Symbolbild: Bayerische Polizisten. (Foto: Polizei)

In der Silvesternacht ist es im Hamburger Stadtteil Barmbek zu einem Polizeieinsatz gekommen, der seinesgleichen sucht: Mehrere Feuerwehrmänner fühlten sich derart bedrängt, dass sie erst unter Polizeischutz das Feuerwehrfahrzeug verließen.

HAMBURG Was in der Silvesternacht im Hamburger Stadtteil Barmbek passiert ist, mag man zunächst gar nicht glauben: In einer Shisha-Bar soll es zunächst zu einer Messer-Attacke gekommen sein. Wie die Polizei berichtet, meldete ein Anrufer gegen 2.20 Uhr früh, dass ein unbekannter Mann seinen Bruder mit einem Messer angegriffen habe. Zunächst fuhren Rettungsfahrzeuge und die Feuerwehr sowie sieben Streifenwagen der Polizei zu der Shisha-Bar. Laut Berichten habe sich das Opfer der Messer-Attacke blutend ins Freie geschleppt. Doch dort soll ihn eine Gruppe von 20 höchst aggressiven Besuchern der Shisha-Bar umzingelt haben. Beobachter sprechen von einem Mob, der sich zusammengerottet hatte.

Offenbar kamen die Feuerwehrler nur durch Zufall von einem anderen Einsatzort vorbei. Das Feuerwehrfahrzeug hielt an, die Feuerwehrler wollten helfen, sie sahen offenbar den blutenden Mann am Boden liegen. Der Notarzt war nach Angaben der Polizei zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor Ort, Hilfe war also umso dringlicher. Doch offenbar wandte sich der wütende Mob, bestehend aus etwa 20 Personen, nun den Feuerwehrlern zu. Die Feuerwehrler gerieten offenbar in Panik, riefen ebenfalls den Notruf.

Der Polizei blieb offenbar nichts mehr anderes übrig, als sich mit Maschinenpistolen zu bewaffnen. Bilder zeigen die Gäste der Sushi-Bar, die ihre Hände heben mussten. Doch die Suche nach dem Messerstecher, aber auch nach den Aufrührern blieb offenbar erfolglos.

Das Opfer kam schwer verletzt in ein Krankenhaus und wurde dort versorgt.

Die Übergriffe werfen die Frage auf, welche Gefahren sich Rettungskräfte zwischenzeitlich im Einsatz aussetzen. Zudem scheint die normale Ausrüstung der Polizei nicht mehr ausreichend zu sein, wenn es zu Massen-Zusammenrottungen kommt und Menschenleben gefährdet werden. Eine Reaktion der Politik auf die Ereignisse in Hamburg gibt es noch nicht.