15.12.2018, 09:45 Uhr

Rüge wegen Datenschutz Kundin in Metzgerei mit Namen begrüßt – es wird immer verrückter!


Es wird immer verrückter! Weil eine Kundin in der Metzgerei mit Namen begrüßt wurde, eskalierte die Situation – die Kundin berief sich auf die Datenschutzgrundverordnung. Dabei geben wir an der Supermarktkasse ohnehin längst alle Daten dieser Welt weiter!

WOLNZACH Kürzlich begab es sich im schönen Wolnzach im Hopfenland der Hallertau, dass eine Frau in die örtliche Metzgerei ging, um einzukaufen. Wir wissen nicht genau, was sie kaufen wollte. Aber das, was dann geschah, sagt so viel über unsere Gesellschaft aus, dass es fast wehtut. Denn die Verkäuferin begrüßte die Kundin – nennen wir sie der Einfachheit halber Frau Meier – mit: „Grüß Gott, Frau Meier. Was hätt‘ mer denn gerne?“

Was dann geschah, ist keineswegs aus einer Einstellung von „Verstehen Sie Spaß?“ Was dann geschah, ist bitterer Ernst.

Die Kundin wies die Metzgereiverkäuferin laut dem „Donaukurier“ mit scharfen Worten darauf hin, dass in Deutschland seit Kurzem die Datenschutzgrundverordnung gilt. Sie verbitte es sich, mit Namen angesprochen zu werden.

Was dann passierte, ist nicht überliefert. Der Verkäuferin sei die Spucke weggeblieben, bis dahin war sie nämlich davon ausgegangen, dass die Begrüßung mit Namen nicht nur zum guten Ton gehört. Ansonsten könnte man seine Wurst ja bald bei Amazon bestellen, wenn man keinen Service mehr hat. Und die Begrüßung mit Namen, das ist so ein Service.

Wie widersprüchlich unsere Gesellschaft geworden ist, kann man gut an der Kasse eines Supermarktes ablesen. Denn dort fragt man regelmäßig: „Haben Sie eine Payback-Karte?“ Oder im Baumarkt: „Welche Postleitzahl?“ Genau für so einen Schmarren hat man diese unsägliche Datenschutzgrundverordnung nämlich gemacht. Oder was denken Sie, dass mit den Daten der Payback-Karten angestellt wird? Die Deutsche Post ist einer der größten Datenhändler weltweit. Man muss Ihrem Namen nicht zuordnen, wo sie ihre Wurst gekauft haben. Dass sie es in 93047 Regensburg getan haben und gleichzeitig auch noch eine Packung Kondome, das ist für die Datenkraken eine Information, die wertvoller ist als Gold.

Und wer seine Bratwurstsemmel mitsamt der Glühweintasse grinsend in Richtung iPhone-Kamera reckt, um das Bild dann auf Instagram zu veröffentlichen, der kauft wohl eh nicht in der örtlichen Metzgerei ein. Deren Namen kennt da also eh niemand.