13.12.2018, 12:39 Uhr

Gebühren werden erhöht Nach dem Krematoriums-Skandal – der Tod wird in Regensburg teurer

Das Krematorium ist skandalgebeutelt. Foto: ceDas Krematorium ist skandalgebeutelt. Foto: ce

Der Stadtrat von Regensburg will in seiner nächsten Sitzung die Kosten für Bestattungen und insbesondere Kremierungen deutlich erhöhen.

REGENSBURG Der sogenannte Krematorium-Skandal kostet den Regensburger Bürger nun doch eine ganze Stange Geld: Obwohl die Staatsanwaltschaft sämtliche Ermittlungen eingestellt hat, sank die Zahl der Kremierungen in den letzten Jahren deutlich. Seit den 90er Jahren wurden offenbar menschliche Überreste vom Evangelischen Krankenhaus mitkremiert. Der Hauptbeschuldigte indes ist bereits tot. Eine Strafanzeige gegen die Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wurde von der Staatsanwaltschaft Regensburg mangels Tatverdacht nicht weiter verfolgt. Die Staatsanwaltschaft hat dieses und weitere Verfahren weitgehend eingestellt. Gleich zweimal hatte die Staatsanwaltschaft im Krematorium Hausdurchsuchungen durchgeführt.

In mehreren Strafanzeigen hatte ein früherer Mitarbeiter des Krematoriums, behauptet, er und andere Mitarbeiter des Krematoriums wären während ihrer Arbeit im Krematorium seit längerer Zeit einer gesundheitsgefährdenden Kohlenmonoxidbelastung und anderen gefährlichen Stoffen ausgesetzt gewesen. Das habe bei dem Mitarbeiter zu körperlichen Beeinträchtigungen geführt und ihn krank gemacht. Die für den Betrieb des Krematoriums Verantwortlichen hätten von den Mängeln der Anlage und der davon ausgehenden Gesundheitsgefahren gewusst und bewusst nichts dagegen unternommen. Trotz der Vorwürfe: Auch dieses Verfahren wurde eingestellt. Weitere Pannen, beispielsweise eine mit HIV infizierte Leiche, die entgegen einschlägiger Bestimmungen mit offenem Sarg aufgebahrt war, konnten zudem nicht juristisch belangt werden – lediglich, wenn sich jemand an der Leiche mit HIV infiziert hätte, wäre das laut Staatsanwaltschaft strafbar gewesen.

Bereits seit Bekanntwerden des vermeintlichen Skandals stand der Verdacht im Raum, dass private Konkurrenten einen ehemaligen Mitarbeiter dazu gebracht hatten, auszupacken. „Wegen rückläufiger Fallzahlen aufgrund der großen Konkurrenz privater Kremationsbetreiber und steigenden Personalkosten“, heißt es jetzt in der Vorlage für den Stadtrat, sei nun die Gebührenanpassung notwendig. Der Fehlbetrag des Krematoriums beläuft sich heuer auf immerhin 500.000 Euro. Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am Donnerstag dementsprechend eine Anhebung der Gebühren beschließen.

Der Preis für eine Einäscherung steigt zum Beispiel von 302 auf dann 387 Euro – also um knapp 30 Prozent. Auch die jährlichen Gebühren für ein Grab auf einem städtischen Friedhof sollen deutlich steigen. Einmalig sind für ein solches Grab 2.550 Euro fällig. Für ein Erdgrab steigt die Jahresgebühr nun von 40 Euro auf 57 Euro – ein Plus von 42,5 Prozent.

„Umsonst ist der Tod – und der kostet das Leben“, heißt es im Volksmund. In Regensburg gilt das schon lange nicht mehr.