08.12.2018, 12:54 Uhr

Sea-Eye Die Regensburger Seenotretter trotzen Hass und stürmischer See

Die Crew ist einsatzbereit und ist am 1. Dezember gestartet. Foto: Sea-EyeDie Crew ist einsatzbereit und ist am 1. Dezember gestartet. Foto: Sea-Eye

Die Regensburger Organisation Sea-Eye hat am 1. Dezember ein Schiff auslaufen lassen, das im Mittelmeer die faktisch stillgelegte Seenotrettung wieder aufnehmen soll. Aus Angst vor Angriffen hat man bislang nicht die Öffentlichkeit gesucht.

REGENSBURG Sie heißt „Professor Albrecht Penck“, steht unter deutscher Flagge und hat am 1. Dezember bundesdeutsche Gewässer von Cuxhaven aus verlassen: Die Regensburger Seenotrettungs-Organisation Sea-Eye hat ein neues Schiff, das ins Mittelmeer ausgelaufen ist. „Die Professor Albrecht Penck ist das erste Schiff einer zivilen Rettungsorganisation unter deutscher Flagge“, so die Verantwortlichen von Sea-Eye. Die Mission des Schiffes sei, im Mittelmeer zu „beobachten, zu finden, erste Hilfe zu leisten, Hilfe zu rufen, zu dokumentieren und die Öffentlichkeit zu informieren, um Menschenleben zu retten“, so die Organisation weiter. Am 16. Dezember, also kurz vor Weihnachten, werde man von Spanien aus eine dreiwöchige Mission ins Mittelmeer starten. Ein weiteres Schiff, die „Bavaria One“, wird zudem einen Beobachtungs-Einsatz fahren.

Bei der Vorstellung des neuen Schiffes in einem Newsletter an alle Mitglieder und Unterstützer der Organisation kam Falk Birett von Sea-Eye auch auf die aufgeheizte Stimmung in Deutschland zu sprechen. „Um die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Werftcrew zu schützen, hat der Verein seit August 2018 auf die öffentliche Berichterstattung verzichtet“, so die Vorstandschaft von Sea-Eye. „Dass die Befürchtungen der Vereinsleitung nicht unbegründet waren zeigen die Reaktionen nach der ersten Veröffentlichung.“ So hätte in Mecklenburg-Vorpommern ein Mob Worte wie „Absaufen soll dat Schiff“ skandiert. Als menschenverachtend empfinde man Kommentare wie diese: „Hoffe diese Schlepperbande wird von der Küstenwache aufgebracht abgeteilt und hingerichtet“, so die Verantwortlichen weiter.

Weitere Einsätze der Schiffe von Sea-Eye stehen offenbar auch unmittelbar bevor. Das ursprüngliche Schiff, das den selben Namen wie der Verein trägt, hat allerdings einen Maschinenschaden, liegt in Malaga in Spanien und sollte eigentlich nach Deutschland überführt werden. Einsatzbereit ist offenbar die Seefuchs, hier sucht der Verein weitere Crewmitglieder.


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