07.12.2018, 08:21 Uhr

Nach Polizeieinsatz Rektor ist nachsichtig mit randalierenden Schülern

Die Konradschule im Regensburger Stadtnorden. Foto: Stadt Regensburg (Foto: Stadt Regensburg)Die Konradschule im Regensburger Stadtnorden. Foto: Stadt Regensburg (Foto: Stadt Regensburg)

In Regensburg kam es in einer Mittelschule zu krassen Szenen: Schüler warfen Mobiliar aus dem Fenster, ein Schüler legte Feuer. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Der Rektor aber spielt den Fall herunter. Das Grundschulkinder für eine Veranstaltung Messer in die Schule bringen mussten, sorgt zudem für Entsetzen bei Eltern.

REGENSBURG Was die Polizeiinspektion Regensburg Nord über die Geschehnisse am Mittwoch, 28. November, an der Konradschule berichtete, ist nicht alltäglich. Als mehrere Streifenwagen zur Schule eilen, finden sie elf Schüler der neunten Klasse in einem Klassenzimmer vor. Zuvor war der Sportunterricht ausgefallen, berichtet die Polizei. „Während dieser Zeit hatte dann ein Schüler mehrere Gegenstände, darunter auch einen Stuhl und ein Regal sowie kleinere Schulutensilien, aus dem Fenster des Raums geworfen. Vor dem Fenster habe sich keine Person befunden. Verletzt wurde dadurch glücklicherweise niemand. Ein zweiter Schüler wiederum zündete im Klassenraum einen Feuerwerkskörper. Ob hierbei ein Sachschaden entstand, wird derzeitig geprüft.“ So der O-Ton der Polizei. Doch was sagt die Schule dazu?

Kurz ohne Lehrkraft – Möbel aus Fenster geworfen

Schnell wird klar, dass man die Ereignisse an der Konradschule deutlich niederschwelliger einstuft als bei der Polizei. „Sachlich richtig ist, dass die Schüler bei Stundenwechsel kurz ohne Lehrkraft waren. In einem mehrstöckigen Gebäude müssen Wege zwischen den Klassenzimmern zurückgelegt werden. In den wenigen Minuten hat sich der Vorfall ereignet“, antwortet Schulrektor Stefan Wolf auf Anfrage dieser Zeitung. Im Übrigen würde an der Schule genügend dafür getan, dass es nicht zu Gewalt innerhalb der Schule käme. „An den beiden Konradschulen gibt es wie an bayrischen Schulen üblich selbstverständlich regelmäßige Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt“, so der Rektor. Und weiter: „Wir sind in enger Kooperation mit den Jugendkontaktbeamten, mit der Jugendsozialarbeit an Schulen und mit verschiedensten Beratungsstellen der Stadt Regensburg.“

Nach den Ereignissen melden sich besorgte Eltern zu Wort. Aus ihren Wortmeldungen geht hervor, dass an der Konrad Grund- und Mittelschule offenbar nicht alles so rund läuft, wie die Antwort des Schulrektors erwarten lässt. Eltern beklagen sich darüber, dass man vor ein paar Wochen eine sogenannte „Schnippeldisko“ in der Grundschule veranstaltete. „Kinder sollten dazu Messer mit in die Schule nehmen. Das geht doch so nicht“, sagen verärgerte Eltern. Bettina Horvath-Kreuzer, Leiterin der Grundschule, weißt diese Bedenken zurück.

„Nach schriftlicher Information der Eltern brachten die Kinder handelsübliche Gemüsemesser, Schneidbretter, Löffel und Schüsseln mit“, so Horvath-Kreuzer. „Das sind alles Gegenstände, die in jedem Haushalt unverschlossen für Kinder zugänglich sind. Wir gehen von einem achtsamen Umgang aus.“

Witzig fand die Polizei übrigens die Aktion der Mittelschüler nicht. „Gegen die beiden Hauptakteure im Alter von 14 und 16 Jahren wird nun wegen Sachbeschädigung und nach dem Sprengstoffgesetz ermittelt“, so die Polizei.