06.11.2018, 18:06 Uhr

Einzelhandel Paukenschlag in Regensburgs Shopping-Meile – dreistöckiger Herrenbekleider Pohland dicht!

Bei Pohland gehen bald die Lichter aus. Foto: ceBei Pohland gehen bald die Lichter aus. Foto: ce

Paukenschlag in der Regensburger Altstadt! In der derzeit mit hohem Aufwand sanierten Fußgängerzone hat ein dreistöckiges Kaufhaus mit Herrenbekleidung seine Pforten geschlossen. Pohland ist dicht!

REGENSBURG Jetzt ist es offenbar wirklich so gekommen: Das Kaufhaus Pohland, das sich als Herrenbekleider auf gehobene Kleidung spezialisiert hat, hat offenbar seinen Standort in der Regensburger Innenstadt geschlossen. Zunächst hatte das Kaufhaus direkt gegenüber von Galeria Kaufhof und zwischen Dom und Neupfarrkirche eigentlich bestens gelegen die Öffnungszeiten reduziert. Nur noch zwischen 11 und 18 Uhr stand man seinen Kunden zur Verfügung. Doch jetzt ist offenbar endgültig Schluß – am Dienstag hing nur noch ein Schild mit dem Wort „Geschlossen“ an der Tür.

Damit steht eine prägende, wenngleich auch für den Einzelhandel sehr schwierig zu vermietende Immobilie offenbar bald wieder leer. Im Inneren sind bereits die Anzüge der Marken Joop, Armani und Hugo Boss verpackt, Schachteln und Kisten stehen bereits herum. Offenbar wird die Ware für den Abtransport fertiggemacht.

Immer wieder hat es am Standort Regensburg Spekulationen über die Zukunft des Kleidungshauses gegeben. Im Mai 2016 meldete die Kette Insolvenz in Eigenverwaltung an. Doch bereits im Februar 2018 meldete das Unternehmen, dass man aus der Insolvenz heraus sei und es weitergehe. „Die Sanierung der Pohland Herrenkleidung GmbH & Co. KG wird zum 31. Januar 2018 erfolgreich abgeschlossen. Geschäftsführer Bruno Uphues übernimmt den Geschäftsbetrieb von Pohland mit einer Auffanggesellschaft. Dem hat die Gläubigerversammlung einstimmig zugestimmt.“, hieß es Anfang des Jahres. Bereits bei der Einleitung des Insolvenzverfahrens hatte man zahlreiche der bislang zwölf Filialen geschlossen. „Künftig wird sich das Unternehmen auf die drei Stores in Regensburg, Münster und Hannover konzentrieren. Insgesamt wurden rund 70 Arbeitsplätze gesichert“, hieß es noch Ende Januar 2018.

Doch bereits im Oktober 2018 meldete die Münstersche Zeitung, dass die Filiale in Münster plötzlich geschlossen wurde. Auch dort hat Pohland in einer edlen Altstadt-Immobilie. „Der Herrenausstatter Pohland an der Rothenburg schließt am Samstag überraschend seine Türen. Quasi in einer Nacht- und Nebelaktion. Diese Nachricht vom Aus der Filiale in Münster kommt plötzlich – nicht nur für die Kunden. Auch die Beschäftigten hätten erst kurz vorher davon gehört“, berichtete die Zeitung.

In Regensburg hatte Pohland die Flächen des Bekleidungsunternehmens K+L bezogen. 2.400 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet das wunderschöne klassizistische Gebäude. Doch als Pohland es 2014 bezog, wurden bereits Zweifel laut, ob sich ein reiner Herrenausstatter an der Stelle halten könnte. Mit dem offensichtlichen Ende von Pohland in der Residenzstraße/Ecke Drei-Helm-Gasse ist ein weiteres Bekleidungsgeschäft dicht. Schon lange steht das ehemalige „Oliver S“ in der Maxstraße leer. Für den Einzelhandel in der Regensburger Alstadt gilt wie für viele andere Standorte, dass vor allem die immer höheren Mieten, vor allem aber auch der zunehmende Internethandel massiven Druck ausüben.

Im Inneren von Pohland sind die Anzüge bereits zum Weitertransport verpackt. Foto: ce