19.07.2018, 14:58 Uhr

Hoher Besuch US-Botschafter kommt mit Ehemann als Stargast zum Konzert von Bryan Ferry

Hans-Hermann Weyer, besser bekannt als Konsul Weyer, mit seiner Frau Christina, dem US-Botschafter Richard Grenell und seinem Ehemann Matt Lashey. Foto: Foltin (Foto: Isa Foltin)Hans-Hermann Weyer, besser bekannt als Konsul Weyer, mit seiner Frau Christina, dem US-Botschafter Richard Grenell und seinem Ehemann Matt Lashey. Foto: Foltin (Foto: Isa Foltin)

Ein Hauch der glamourösen 80er Jahre lag über Schloss St. Emmeram, als der grandiose Bryan Ferry die Bühne betrat. Der Sänger von „Roxy Music“ begann eine unglaubliche Karriere Anfang der 70er Jahre, die ihren Höhepunkt in den 80er Jahren erreichte. Das Publikum war nicht nur begeistert. Wegbegleiter der Fürstin wie Starcoiffeur Gerhard Meir erlebten wohl ein Déjà-vu. Der Star im Publikum war aber ein ganz anderer an diesem Abend – und der kam mit seinem Ehemann.

REGENSBURG Eine Legende auf der Bühne der Schlossfestspiele! Bryan Ferry prägte wie kaum ein anderer den Sound der 80er Jahre. Mit „Roxy Music“ steht er für eine Musikepoche, die durchaus als Höhepunkt der Popgeschichte gesehen werden kann. Zudem gilt Ferry, der im britischen Washington geboren wurde, als ein echter Gentleman, der seinem Stil stets treu blieb. Die Erwartungen des Publikums war hoch – kann die Legende diesem Anspruch gerecht werden? Viele, die ins Schloss pilgerten und ihre Jugenderinnerungen wach rufen wollten, zeigten sich von der ersten Hälfte des Konzerts eher enttäuscht.

Das lag leider an der Soundanlage. Ferrys Stimme war zunächst viel zu leise im Vergleich zur wuchtigen Musik. Doch offenbar merkten das die Techniker und regelten nach – heraus kam ein richtig guter Sound und ein Musikerlebnis, das seinesgleichen sucht. Das lag natürlich auch an den Stücken, die zunächst eher aus Ferrys neueren Alben stammten, die nicht so berühmt sind wie diese: „On the Radio“, das Ferry allerdings schon als drittes Lied spielte, ebenso wie „Slave to Love“ und natürlich „Avalon“. All diese Hits begeisterten das Publikum.

Ferry trat aber auch mit ganz ausgezeichneten Musikern auf die Bühne: Jorja Chalmers lieferte eine Saxophon-Performance, die schlicht umwerfend war. Chris Spedding an der Gitarre und Marina Moore begeisterten ebenso wie die Background-Sängerinnen Bobbie Gordon und Hannah Khemoh, die dem eigentlich unterkühlten 80er-Sound Bryan Ferrys eine wunderbare zweite Nuance schenkten.

Anders als die letzten Tage bei den Schlossfestspielen, die von der Promi-Dichte her eher bescheiden stattfanden, kam diesmal ein ganz besonderer Gast: Der neue Botschafter der USA in Deutschland, Richard Grenell, ist ein Schwergewicht auf dem Bundesparkett. US-Botschafter in Deutschland haben traditionell einen herausragenden Posten. Dass ausgerechnet Grenell berufen wurde, hätte man dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump so wohl nicht zugetraut: Der Diplomat kam nämlich mit seinem Ehemann auf die Festspiele. Trump ist eben unberechenbar und obwohl Grenell vor Trumps Wahlkampf bei den Republikanern wegen seiner Homosexualität angefeindet wurde, hielt ihm der derzeitige US-Präsident die Treue und bestellte ihn zum Botschafter. Die beiden außerordentlich gutaussehenden Männer brachten jedenfalls nicht nur ihre Bodyguards zum Schwitzen – US-Botschafter gehören weltweit zu einer gefährdeten Gattung, doch das Publikum stürmte fast die Bühne und umzingelte das Ehepaar. Auch die vielen Priester in der ersten Reihe, allesamt Gäste von Fürstin Gloria, dürften sich angesichts der offen gelebten Liebe der beiden Männer zumindest ein wenig provoziert gefühlt haben. Aber vielleicht wird ja auch bei den Katholiken heutzutage alles nicht mehr so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Direkt neben Grenell saß ein anderer alter Freund des Fürstenhauses, der legendäre Konsul Weyer, der als Titelhändler in den 70er und 80er Jahren berühmt wurde. Er verschaffte zum Beispiel Frederick von Anhalt zu seinem Titel, noch bevor der Zsa Zsa Gabor kennen- und angeblich auch lieben lernte. Doch im Hause Thurn und Taxis ist alles echt - auch der Titel. Insofern versteht man sich sowohl mit den neuen Adelstitel-Trägern ebenso gut wie mit der neuen US-Elite, die eben nicht ganz so traditionell daher kommt. Denn auch das ist ein urtypisches Adelsprädikat: Leben und Leben lassen ...