18.07.2018, 08:19 Uhr

Rehkitze gemetzelt Tierschützer-Streit um tote Bambis! Tierschutzhof wirft Peta Populismus vor!


Die Tierrechtsorganisation Peta erstattet gegen Landwirte Anzeige, weil tote Rehkitze nach einer Erntefahrt im Landkreis Regensburg gefunden wurden – die Chefin des Tierschutzhofs Oberpfalz ist entsetzt! Warum die Tierschützerin Peta schwere Vorwürfe macht:

REGENSBURG In der Oberpfalz ist ein erbitterter Streit zwischen Tierschützern ausgebrochen. Konkret geht es um zwei Kitze, die von einem Landwirt auf einem Feld in Pentling bei Regensburg so schwer verletzt wurden, dass sie getötet werden mussten. Die Tierschutzorganisation Peta hat daraufhin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Regensburg erstattet. „Es ist allgemein bekannt, dass Tierkinder, die nicht schnell genug fliehen können, von den scharfen Klingen der Mähmaschine aufgeschlitzt, verstümmelt oder regelrecht zerhackt werden“, so Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta. „Wer keine ausreichenden Schutzmaßnahmen vor und während der Mahd trifft, nimmt den Tod der Tiere wissentlich in Kauf – und dies ist strafbar.“ Doch ist das der richtige Weg – Strafanzeigen gegen Landwirte?

Überhaupt nicht verstehen können die Tierschützer vom Tierschutzhof Oberpfalz die Aktion von Peta. „Der Tierschutzhof Oberpfalz e. V. distanziert sich von Peta im Allgemeinen und im Speziellen von ihrer Vorgehensweise in diesem Fall“, heißt es dazu auf einer Facebook-Seite, die für die gezielte Rettung der Rehkitze eingerichtet wurde. „Wir setzen auf Kommunikation, Beratung, Aufklärung und freundschaftliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Landwirten, Jägern und Helfern und auch in diesem Fall hatte man den nun betroffenen Landwirt zur Einsicht und Kooperation bewegen können“, heißt es weiter. Dass Peta immer wieder „als Trittbrettfahrer Spendengelder für ihre Kriegsführung verheizt, anstatt diese sinnvoll für den Tierschutz einzusetzen, heizt die aktuelle Diskussion um die Aberkennung der Gemeinnützigkeit von Peta nur weiter an“, heißt es weiter.

Anne-Marie Prem ist Vorsitzende des Tierschutzhofes Oberpfalz. Sie kennt das Problem aus eigener Erfahrung, denn für die Pferdehaltung in Wörth an der Donau betreibt sie Wiesen, die gemäht werden müssen. „Die beste Methode ist, die Wiesen weit im Vorfeld abzusuchen, beispielsweise am Abend vor der Mahd, etwa mit Hunden, die aber die Tiere nur aufschrecken und ihren Geruch verbreiten.“ Heutige Wetterberichte würden das ermöglichen, dass der Landwirt schon im Vorfeld Bescheid gebe, wann gemäht wird. Beim Tierschutzhof setzt man auf deutschlandweite Netze von Helfern, die kommen, wenn sie von den Landwirten gerufen werden, um bei der Absuche der Felder zu helfen. Die Strafanzeige von Peta sei bei den Landwirten sehr negativ angekommen, „viele sagen, jetzt lassen wir die Kadaver einfach verschwinden, statt Euch Bescheid zu sagen. Dabei wollen wir doch freundschaftlich mit den Bauern zusammen arbeiten!“ Für Peta „ist es nur wichtig, immer irgendwie in den Medien zu erscheinen, unser Ziel ist jedoch die freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Landwirten“, so Prem weiter.

„Gemeinnützigkeit bei Peta wirklich fraglich“

Besonders besorgt ist Prem angesichts der stetig wachsenden Flächen für Biogasanlagen. Ausgerechnet diese nachhaltige Form der Energiegewinnung ist für die Tiere oft ein Todesurteil. „Während Landwirte, die zum Beispiel für die Futtergewinnung mähen, aufpassen müssen, dass sie durch tote Tiere keine gefährlichen Keime in das Futter bekommen, sieht das bei der Bewirtschaftung für Biogasanlagen ganz anders aus“, weiß die Tierschützerin. „Das sind oft riesige Flächen, die mit bis zu 16 Meter breiten Butterfly-Mähwerken abgeerntet werden, die sogar erwachsene Tiere zerfetzen.“ Besonders pikant: Kadaver in der Mahd erhöhen sogar den Energiegehalt.

Doch auch hier appelliert die Tierschützerin an das Gewissen der Landwirte: „Kontaktiert uns, wir helfen Euch“ Prem geht nicht nur mit der Strafanzeige, sondern auch mit Peta hart ins Gericht: „Letztendlich ist Peta eine Tierrechtsorganisation und keine Tierschutzorganisation“, sagt sie. „Wenn man sich anschaut, für was die Spendengelder verwendet werden, hat man Zweifel, ob das bei den Tieren auch wirklich ankommt.“ Peta indes verweist auf die hohe Anzahl von Tieren, die jedes Jahr bei der Ernte getötet werden. Jährlich würden etwa 100.000 Rehe durch Mähmaschinen-Arbeiten schwer verletzt oder sogar getötet, heißt es von der Organisation.

Doch eine Recherche der FAZ hat ergeben: Das sind Fake News! Die Zahl ist frei erfunden! Offenbar hatte eine Stiftung aus Hamburg diese Zahl ins Spiel gebracht, die seither im Umlauf ist.