23.06.2018, 18:40 Uhr

20-Jähriger in Haft Brutaler Angriff auf Rettungsdienst in Ottobrunn – Notärztin wird schwer verletzt

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Am Freitag, 22. Juni, kam es gegen 20 Uhr in einem Jugendhaus in Ottobrunn (Landkreis München) zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei dort untergebrachten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und zwei Betreuerinnen.

OTTOBRUNN/LANDKREIS MÜNCHEN Ein 20-jähriger Eritreer und sein 17-jähriger äthiopischer Freund hatten gegen das Alkoholverbot des Jugendhauses verstoßen. Darauf angesprochen, ging der 20-Jährige die Betreuerinnen körperlich an, indem er sie mit der Faust schlug. Diese erlitten dadurch Kopfverletzungen. Während die Betreuerinnen die Polizei verständigten, flüchteten die beiden Heranwachsenden aus dem Jugendhaus.

Unabhängig von den beschriebenen Geschehnissen in dem Jungendhaus kam es in einem Altenwohnheim in Ottobrunn um etwa die gleiche Zeit zu einem Notarzteinsatz aufgrund einer Erkrankung eines Bewohners des Altenwohnheims.

Die herbeigerufene Notarztbesatzung, bestehend aus einem Rettungssanitäter und einer Notärztin, wollte gerade das Notarzteinsatzfahrzeug der Berufsfeuerwehr München vor dem Altenwohnheim abstellen, als die beiden geflüchteten Heranwachsenden aus dem Jugendhaus an der Örtlichkeit vorbeikamen. Ohne erkennbaren Anlass nahm der 20-jährige Eritreer eine mitgeführte volle Whiskyflasche und schleuderte diese aus etwa einen bis eineinhalb Metern Entfernung gegen die Scheibe der Beifahrertür des Notarzteinsatzfahrzeugs. Die Flasche durchschlug die Scheibe und traf die Notärztin im Gesicht. Die Ärztin erlitt durch die Flasche schwere Verletzungen, unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Kieferbruch, mehrere ausgeschlagene Zähne und Schnittverletzungen im Gesicht. Sie wurde in ein Münchner Krankenhaus eingeliefert. Der ebenfalls im Fahrzeug befindliche Rettungssanitäter wurde durch umherfliegende Glassplitter am Auge verletzt.

Beide Heranwachsenden flüchteten nach der Tat, konnten jedoch durch umgehend alarmierte Polizeibeamte schnell im Rahmen der Fahndung noch in Tatortnähe festgenommen werden. Die beiden leisteten bei ihrer Festnahme Widerstand. Der 17-jährige Äthiopier wurde nach der polizeilichen Sachbearbeitung entlassen. Der 20-jährige Haupttäter wurde in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München gebracht. Die Staatsanwaltschaft beantragte am heutigen Tag Haftbefehl, dieser wurde vom zuständigen Haftrichter erlassen.