05.12.2017, 09:59 Uhr

Gleichstellung Schwuler Abgeordneter macht seinem Freund im Parlament einen Heiratsantrag

(Foto: mh)(Foto: mh)

In Australien stimmten die Bürger kürzlich über die Einführung der „Ehe für alle“ ab. Sie ist nun in Australien eingeführt. Der Abgeordnete Tim Wilson nutzte nun eine Rede, um Nägel mit Köpfen zu machen.

CANBERRA Der Tim Wilson hat mit einer Rede im Parlament von Canberra in Australien die Herzen von zwischenzeitlich Millionen von Menschen gerührt. Der Politiker, der sich seit vielen Jahren für die Gleichberechtigung Homosexueller einsetzte, schilderte im Parlament, was es auch heute noch bedeutet, nicht so zu sein wie die Mehrheit der Bevölkerung. Auch über Benachteiligungen und Diskriminierungen sprach der Politiker. Doch dann kommt er zu einer Stelle in seiner Rede, mit der wohl gerade einer nicht gerechnet hatte: Der Lehrer Ryan Patrick Bolger hört die Worte Wilsons überrascht: „Ryan Patrick Bolger, willst Du mich heiraten?“

Die Reaktion der Zuhörer, aber auch der Parlamentarier ist überwältigend. Und auch Bolger ist offenbar gerührt! Als der Lehrer laut „Ja“ sagt, bricht im Parlament Applaus aus.

Der 37-jährige Politiker gehört der regierenden Liberalen Partei Australiens an. Seinen Angaben zufolge sei der Kampf um die Gleichberechtigung Homosexueller für ihn überhaupt erst der Grund gewesen, in die Politik zu gehen.

Laut Medien-Berichten sind Bolger und Wilson seit vielen Jahren ein Paar. Nach eigenen Angaben sind sie seit sieben Jahren verlobt. „Ich weiß nicht, was dieser Ring darstellt, aber nimm ihn als Zeichen meiner Bindung“, hatte Wilson zu seinem Freund gesagt, als er ihm den Ring schenkte. Vor dem Heiratsantrag machte Wilson auch auf die Ringe aufmerksam, die er und sein Freund tragen würden.

Auch der australische Ministerpräsident Malcolm Turnbull bekräftigte das australische „Ja“ zu gleichgeschlechtlichen Ehen. Nach der Rede Wilsons sagte Turnbull wörtlich: „Die Message an jeden Schwulen dieser Nation ist deutlich: Wir lieben euch, wir respektieren euch, eure Beziehung wird vom Commonwealth akzeptiert.“ Nach dem Ja der Bevölkerung zur Ehe für alle muss nun auch die Politik die Weichen stellen. Damit wird noch im Laufe dieser Woche gerechnet.


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