06.04.2018, 15:43 Uhr

Nach Sendung „Start Up!“ Rottaler Erfinder klagt gegen Milliardär Carsten Maschmeyer

Volker Roth (re.) will Milliardär Carsten Maschmeyer (sitzend re.) verklagen. (Foto: SAT.1)Volker Roth (re.) will Milliardär Carsten Maschmeyer (sitzend re.) verklagen. (Foto: SAT.1)

Am 21. März präsentierte Volker Roth in der Sendung „Start Up! Wer wird Deutschlands bester Gründer?“ auf SAT.1 seine Erfindung: einen 5-Liter-PET-Ball für Fußballfans (wir berichteten). Der gebürtige Pforzheimer, der inzwischen in Bayerbach (Landkreis Rottal-Inn) lebt, kam zwar nicht in die nächste Runde, hat aber inzwischen juristische Schritte gegen Juror Carsten Maschmeyer eingeleitet, weil er sich von dem Milliardär beleidigt fühlt.

BAYERBACH Volker Roth war aus 2.000 Bewerbern als einer von 35 Kandidaten ausgewählt worden, seine Innovation der Experten-Jury um Carsten Maschmeyer zu präsentieren. Der besten Idee winkt am Ende eine Million Euro. Roth scheiterte allerdings schon in der ersten Sendung.

Sein 5-Liter-PET-Partyball kam bei den Juroren gar nicht gut an. „Hatten Sie da schon ein paar Bier getrunken, als Ihnen die Ball-Idee kam?“, fragte Carsten Maschmeyer gleich zu Beginn. Das schluckte Volker Roth noch mit einem Lächeln runter.

Im Nachgang saß die Jury noch einmal zusammen, die Fernseh-Zuschauer bekamen dabei zu hören, wie Maschmeyer erklärte: „Das ist was für den Jahrmarkt, das kannst du an der Losbude oder beim Gewehr schießen nehmen. Aber der braucht mich nicht.“ Mit-Juror Dr. Klaus Schieble setzte hinzu: „Genau das Bild eines Schaustellers bei einem Jahrmarkt hat er bei mir hinterlassen.“ Somit war der Partyball in der Sendung durchgefallen.

Nach der Sendung sei er von vielen auf seinen Auftritt und die Jury-Sitzung angesprochen worden, so Roth: „Die Bayerbacher, die mich kennen, waren entsetzt. Ein Freund aus der Schweiz meinte, wenn er mich nicht kennen würde, müsste er weiß Gott von mir denken“, so der 67-Jährige.

Ihn hat das Ganze so gekrängt, dass er über einen Passauer Medienanwalt eine Klage wegen Beleidigung und Diskriminierung gegen Carsten Maschmeyer anstrengen will. „Es geht mir nicht darum, dass ich rausgeflogen bin oder ums Geld. Ich will, dass sich Herr Maschmeyer im Fernsehen bei mir entschuldigt“, fordert Volker Roth.

Während in Casting-Sendungen die Juroren nicht selten vertraglich abgesichert werden vor einer Klage eines Kandidaten, der sich beleidigt fühlt, enthalte sein Casting-Vertrag keine solche Klausel, einen Juroren nicht anzeigen zu können, hat Roth über seinen Anwalt eruiert.

Auf Twitter schrieb Maschmeyer seinerseits: „Das wäre mal eine echte Innovation: Gerichtlich abklären zu lassen, ob und wie ein Investor absagen darf: Richtig spannendes juristisches Neuland.“ Über die Bild-Zeitung, so berichtet Volker Roth, habe ihm der Milliardär ein „Friedensangebot“ unterbreitet: „Er wolle sich mit mir auf ein Bier zusammen setzen und mir erklären, warum mein Ball keine Innovation ist. Darauf kann ich verzichten“, so Roth gegenüber dem Wochenblatt.

Er beharrt auf der TV-Entschuldigung und ist weiter überzeugt von seiner Idee: „Sogar der Präsident des Bayerischen Brauerbundes hält die Idee für gut. Mein Ball ist wesentlich handlicher und auch günstiger als ein Partyfass“, argumentiert Volker Roth.


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