28.03.2018, 15:15 Uhr

Rentnerin sucht ihren Retter 79-Jährige vertraut Wildfremden ihre Geldkarte an – mit Happy End!

Der Fremde nutzte die Notsituation, in der sich die Seniorin befand, nicht aus. Jetzt sucht die 79-Jährige ihren Retter in Not, um sich bei ihm zu bedanken. (Foto: 123rf.com)Der Fremde nutzte die Notsituation, in der sich die Seniorin befand, nicht aus. Jetzt sucht die 79-Jährige ihren Retter in Not, um sich bei ihm zu bedanken. (Foto: 123rf.com)

Nur ein Mann hielt bei Autopanne an – jetzt sucht Seniorin ihren „Retter in der Not“!

PASSAU Es klingt nach einer unglaublichen Geschichte, die Christiane T. (79) aus Passau am 15. Februar passiert ist: Das Auto bleibt während der Fahrt stehen und keiner hält an, um zu helfen, außer ein netter Mann – der Retter in Not, wie ihn die Rentnerin nennt. Sie vertraute dem Fremden sogar ihre Bankkarte und Geheimzahl an. Der helfende Autofahrer hatte aber nur Gutes im Sinn – einfach einem Mitmenschen zu helfen. Jetzt sucht die Rentnerin diesen hilfsbereiten Mann, um sich bei ihm zu bedanken, „denn das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich.“

An dem verschneiten Donnerstagabend gegen 18.30 Uhr war Christiane T. nach einem schönen Stammtischabend auf dem Weg nach Hause – auf der B8 von Seestetten kommend Richtung Passau, auf der Höhe der Brücke nach Schalding r. d. Donau – als ihr Auto auf einmal den Geist aufgab. Sie hatte zu ihrem Pech vergessen, zu tanken. „Mir ist bis dahin noch nie das Benzin ausgegangen. Alles, aber auch alles war an diesem Tag schief gelaufen“, erinnert sich Christiane T.

Denn ihr Handy lag auch zuhause. Es war stockfinster und eiskalt. Doch es half alles nichts. Die 79-Jährige stellte ihr Warndreieck auf und winkte den vorbeifahrenden Autos zu. Keiner hielt an, die Passauerin bekam langsam Panik. Doch zu ihrem Glück stoppte ein Fahrzeug. Ein Mann stieg aus und fragte, ob er ihr helfen kann. Da der Helfer aber auch keinen Reservekanister dabei hatte, schlug er vor: „Ich fahr zur nächsten Tankstelle und hol Ihnen Benzin, damit Sie heimfahren und morgen tanken können“, erinnert sich Christiane T. an seine Worte.

Kein Handy und nur ein paar Cent in der Tasche

Allerdings hatte Christiane T. nur ein paar Cent dabei, da sie bei ihrem Gasthaus-Besuch beim Sparverein einbezahlte. Sie gab dem fremden Mann ihre Bankkarte und die Geheimzahl dazu, damit dieser für sie Benzin holen konnte. In ihrer Not vertraute sie dem netten Autofahrer. „Das war im Nachhinein ein großes Risiko“, so die Rentnerin. Auf diesem Konto war ihr gesamtes Vermögen im vierstelligen Bereich.

Aber schon nach kurzer Zeit kehrte der hilfsbereite Mann wieder zurück und tankte ihr Auto. Um sich zu vergewissern, dass das Fahrzeug auch startet, setzte er sich in ihr Auto und machte den Motor an. Auch an dieser Stelle hätte die Geschichte ganz anders ausgehen können. Doch der Fremde nutzte die Situation nicht aus, er war nur da, um zu helfen. Nach diesem Ereignis prüfte die Rentnerin zur Sicherheit ihr Konto: Nur der Tankbetrag wurde bei der Tankstelle abgebucht.

Zu oft hört man von Betrügern, die den Enkeltrick und andere Maschen bei älteren Menschen anwenden. Genau deshalb ist die Geste des Autofahrers in der heutigen Zeit so besonders. Die Rentnerin hatte an diesem Tag großes Glück im Unglück. „Ich hätte ihn umarmen können“, so die Passauerin. „Mich würde es freuen, wenn ich ihn noch kennenlernen dürfte. Es gibt wirklich noch ehrliche Leute.“

Weder an das Auto noch an den Namen oder das Aussehen des Mannes kann sich Christiane T. erinnern – zu groß war die Aufregung an dem Abend. Die 79-Jährige möchte sich aber gerne bei ihrem Retter bedanken und würde sich freuen, wenn sich dieser bei der PaWo meldet (per E-Mail redaktion-pa@wochenblatt.de oder Telefon 0851/501443).


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