28.02.2018, 15:26 Uhr

Appell von Tierheim-Leiterin Tierelend – Warum tun wir unseren Freunden so was an?


Unsägliche Fälle, wie Halter mit ihren Vierbeinern umgehen – Tierheim Ingling-Leiterin redet ins Gewissen!

PASSAU Bettina Mittler vom Tierheim Passau gewöhnt sich einfach nicht daran. Nicht an den Schmutz, nicht an das Chaos und schon gar nicht an das Tierelend. Bettina Mittler leitet das Tierheim Passau-Ingling, das immer voller und voller wird. Das Elend wird immer größer, die gewalttätigen Tierhalter immer mehr, erklärt sie auf PaWo-Nachfrage hin.

Einige Beispiele, die ihr zu Ohren gekommen sind: Eine alte Dame aus dem nördlichen Landkreis lebt mit einer Katze und einem Hund in ihrem Haus. Bettina Mittler erklärt: „Wir sind von Leuten aus der Nachbarschaft um Hilfe gebeten worden. Doch was wir hier vorfanden, übertraf unsere Vorstellungen. Alles war komplett zugemüllt in der Wohnung.“ Das Traurige: Die Nachbarn der Dame wussten um die Zustände, sagten aber wohl lange nichts, wie das leider viel zu oft der Fall ist.

Auch dass Tiere geschlagen werden, kommt nicht selten vor. Für Bettina Mittler bedeutet es „pures Glück“ und viel Arbeit, wenn einer den Mund aufmacht. „Wir kommen kaum noch hinterher mit den Fällen. Wichtig ist dabei allerdings unsere wirklich gute Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt, meint Bettina Mittler und schildert gleich noch einen aktuellen Fall: Im nördlichen Landkreis beobachtete jemand, wie ein großer, junger Hund in einem viel zu kleinen Zwinger gehalten wurde. Jedes Mal, wenn der Hund auch wegen der Enge die Wasserschüssel umgeschmissen hatte, wurde er vom Besitzer geschlagen. „Der Hund reagierte bereits aggressiv auf Menschen allgemein“, schildert Bettina Mittler. Hunde brauchen sozialen Kontakt, weiß die Tierfreundin, die darüber immer wieder entsetzt ist, was Menschen mit ihren wehrlosen Tieren tun. Wie etwa im Fall eines Hundes, der seit er ein Welpe war, im Zwinger gehalten wird – erst frei, dann an der Kette. Mittler ist wohl nicht die Einzige, die sich die Frage stellt, wofür solche Menschen einen Hund brauchen.

„Fälle werden seit geraumer Zeit mehr“

Aktuell sind Tiertransporte über die tschechische Grenze nach Deutschland ja immer wieder ein Thema. Hierzu warnt Bettina Mittler dringend: „Die Hunde werden in Tschechien günstig erworben und hierzulande via eBay & Co. von angeblich liebevollen Hobbyzüchtern verkauft. Die Fälle werden seit geraumer Zeit immer mehr. Ich bitte alle dringend darum, nicht wegzusehen!“ Entsprechende Fälle sollten umgehend beim Tierschutzverein oder beim Veterinäramt gemeldet werden.

„Wenn ich etwa auf unserer Homepage einen Aufruf starte, dann geht‘s sofort rund auf unserer Seite.“

Bettina Mittlers Einsatz für arme, geschundene Tiere reißt nicht ab. Jüngst etwa ereignete sich folgender Fall im südlichen Passauer Landkreis: Ein Hund wurde im Kellerabgang an einer kurzen Leine angebunden, die Wasserschüssel hatte er umgestoßen, so das er nichts zu trinken hatte. „Seine Halter waren ganztätig in der Arbeit und wollten so wohl vermeiden, dass der Hund in ihrer Abwesenheit Schaden anrichtet.“

Oder der Fall eines jungen Mischlingshundes. Der aktive junge Rüde war so kurz an einen Baum gebunden worden, dass er sich mit der Leine fast strangulierte.

Beim jüngsten Fall geht es um eine Katze, die Bettina Mittler mithilfe der Polizei aus einem Wohncontainer befreite. Der Container wird von einem Paar „bewohnt“, die Frau ist drogensüchtig, die grünen und blauen Flecken in ihrem Gesicht und am Körper dürften von Schlägen herrühren. Im Container war es, dank zugezogener Gardinen, stockdunkel, es stank nach Katzen-Urin.

„Für mich ist es immer wieder schwierig, einen solchen Anblick zu ertragen“, meint Bettina Mittler, die solche Fälle immer umgehend an die Behörden weitergibt. Aber nach ihrem Gefühl werden diese Fälle seit einiger Zeit immer mehr: „Ich verstehe diese Menschen nicht. Warum halten sie Hunde und Katzen, um sie zu schlagen, zu quälen? Die Tiere fristen ihr Dasein oft nur, leben dürfen sie nicht!“


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