24.01.2018, 14:24 Uhr

Reinfall mit dem neuen Laptop Böses Erwachen für Käufer: Neu, aber Elektroschrott!

IT-Experte Mario Britzl (Foto:  Mario Britzl)IT-Experte Mario Britzl (Foto: Mario Britzl)

Viele Besitzer eines neuen Notebooks, Netbooks oder Ultrabooks enttäuscht

Für einige Besitzer eines neuen Notebooks, Netbooks oder Ultrabooks beginnt das böse Erwachen nach Weihnachten. Ein mit Windows 10 bestücktes Notebook, Netbook oder Ultrabook meldet plötzlich nach dem Anmelden am heimischen WLAN-Netzwerk, dass kein Speicherplatz auf der 30 Gigabyte großen Festplatte (SSD/M.2 Speicher) für Windows Updates vorhanden ist! Bei einem neuen Gerät darf so etwas nicht sein. Die Hersteller sparen an Ausgaben für diese Festplattenspeicher bewusst, um diese Geräte günstiger anbieten zu können als die Konkurrenz – zulasten des Käufers.

Dabei mag es für den Käufer so aussehen, als ob nur ein paar Euro mehr Ausgaben des Herstellers das Problem lösen könnten, was auch der Fall ist. Aber ein paar Euro mehr machen bei Millionen von Geräten unter dem Strich ein paar Millionen mehr Ausgaben für den Hersteller und letztlich ein paar Euro mehr Ausgaben für den Käufer des Geräts.

Betriebssystem neu aufspielen

Jeder Besitzer, der ein solches Gerät mit wenig Speicherplatz für das Betriebssystem und seine Updates besitzt, kommt nicht umher, das Betriebssystem Windows 10 neu aufzuspielen. Selbst die Option „Speicherplatz freigeben“, z.B. durch Löschen unwesentlicher Programme, hilft hier kaum. Der Grund: Die Hersteller partitionieren die Festplatte so großzügig z.B. für die Wiederherstellungspartition des Betriebssystems, dass die Festplatte mit 30 Gigabyte Speicher bereits ab Auslieferung vom Hersteller fast vollständig belegt ist.

Durch das Wiederaufsetzen von Windows 10 als Betriebssystem auf ein solches Gerät, lässt sich die Einteilung bzw. Partitionierung der Festplatte besser verwalten. Den gesamten Speicherplatz für Windows 10 freizugeben, erscheint für viele Besitzer als letzte Hoffnung für zukünftige Updates und Programme.

Eine Erweiterung von Speichern durch Micro-SDHC-Speicherkarten z.B. ist zwar möglich, aber eine sehr unsaubere Verwaltung des Betriebssystems und seinen dazugehörigen Updates, wenn diese derart aufgeteilt wären. Probleme sind bei dieser Lösung vorprogrammiert.

Bezieht man den spärlichen Arbeitsspeicher solcher Geräte ein, so nimmt sich das Windows 10 auch Festplattenspeicher für die Auslagerungsdatei, was den zur Verfügung stehenden Festplattenspeicher zusätzlich vermindert. Da sowohl Festplattenspeicher als auch Arbeits- bzw. Ramspeicher zwischenzeitlich fest auf der Hauptplatine/Mainboard solcher Geräte verlötet sind, ist ein Aufrüsten von solchen Speichern nicht bei allen Geräten möglich!

Als Alternative zum Betriebssystem Windows 10 kann ohne Beigeschmack das auf Linux basierende Betriebssystem Ubuntu empfohlen werden. Dieses Betriebssystem benötigt sehr viel weniger Festplattenspeicher und ist zudem ebenfalls mit wenig Arbeitsspeicher vollständig funktionsfähig.

Unter der Webadresse: https://ubuntuusers.de/ können interessierte User einen tiefen Einblick in die Möglichkeiten dieses Betriebssystems erhalten. Probleme mit dem Betriebssystem Ubuntu werden offen angesprochen und für Hilfe stehen die jahrelangen erfahrenen Ubuntu-User stets zur Seite. Eine wohlgemeinte Empfehlung: Für neue Ubuntu-User würde ich grundsätzlich Ubuntu-Versionen der LTS (Long-Term-Support = Langzeit-Unterstützung für die jeweiligen Ubuntu-Versionen) vorschlagen. Diese LTS-Versionen werden 60 Monate mit Updates und Sicherheitskorrekturen unterstützt. Alle zwei Jahre wird zudem eine neue aktuelle Version des Ubuntu-LTS-Betriebssystems gratis zur Verfügung gestellt.

Fazit: Mit der richtigen Einstellung kann sowohl Windows 10 als auch Ubuntu für Hilfe sorgen – doch für mein Verständnis sind solche Geräte neu aber Schrott. Betrachtet man den weltweit anfallenden Elektroschrott jährlich, so sollte es aus Sicht des Umweltschutzes den Herstellern solcher Geräte verboten werden, solchen neuen Schrott produzieren zu dürfen!


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