24.11.2017, 15:58 Uhr

„Chandni-Projekt“ Hilfe aus Passau bringt Kindern in Indien eine Perspektive im Leben


Joseph Sahuntas „Chandni-Projekt“ unterstützt Schulen und fördert die Bildung armer Kinder

PASSAU/AMRITSAR In regelmäßigen Abständen macht sich der Passauer Gastronom Joseph Sahunta (54) auf den Weg in sein Heimatland Indien. Im Gepäck hat er dabei stets einen großen Scheck, mit dem er dort ein Leuchten in Kinderaugen zaubert. Armut, Hunger und Elend – ohne Passaus bekanntestem Inder gäbe es für viele Kinder keinen Ausweg aus ihrer Situation. Doch Joseph Sahunta hat seine Wurzeln nicht vergessen, auch wenn er mittlerweile mit Leib und Seele Niederbayer ist. Er gründete Ende der 90er Jahre das „Chandni-Projekt“. Chandni bedeutet zu Deutsch Mondlicht – ein treffender Name für das Hilfsprojekt, das auch in dunklen Zeiten einen Hoffnungsschimmer aufzeigt.

Schulbesuch für 90 Mädchen möglich

Besonders liegen ihm die Schicksale indischer Mädchen am Herzen, die meist als unnütze Last für ihre Familie gelten und gnadenlos auf der Strecke bleiben. Solcher Mädchen nimmt man sich an der katholischen St. Mary Highschool in Amritsar am Fuße des Himalaja an. Und diese Schule wird von den Vereinsmitgliedern und Förderern des „Chandni-Projekts“ gesponsert – 8000 Euro kamen heuer aus Beiträgen, Bücherverkauf und Spenden, die Joseph Sahunta mit seinen Freunden gesammelt hat, zusammen. Das ist in Indien ein Vermögen!

90 jungen Frauen und Mädchen wird so wieder Hoffnung gegeben auf ein besseres Leben, denn sie hätten ohne diese Spenden nicht einmal eine Schule besuchen können und dürfen. So aber bekommen sie das Schulgeld, die Schuluniform, Schuhe, Bücher und alles, was sonst noch für den Schulbedarf anfällt, bezahlt. 500 Euro bekam eine kleine Dorfschule im Bezirk Jalandhar im Punjab – künftig brauchen die Mädchen und Buben dort nicht mehr während des Unterrichts auf dem nackten Boden zu sitzen, sie bekommen mit dem Geld endlich Schulbänke und Stühle. Und vier neue Patenkinder wurden ins „Chandni Projekt“ aufgenommen: Sie stammen aus ärmsten Verhältnissen, bekommen vom Staat keinerlei Unterstützung. Jetzt können sie die Schule besuchen!

Joseph Sahunta weiß: „In Indien hat sich viel verändert, es bewegt sich etwas, aber die Schere zwischen Arm und Reich klafft weiter auseinander und Maßnahme der Regierung kommen nicht überall an. Vor allem die Kinder leiden nach wie vor. Bildung ist daher wichtig, nur so können die Menschen ihr Leben und soziales Umfeld verbessern.“

Bis zum Schulschluss begleitet das Hilfsprojekt die Mädchen aus Amritsar und schafft ihnen so eine Basis fürs Leben. „Nach meinen Erfahrungen gibt es viele Kinder, die sehr intelligent und absolut fähig sind, ein gutes Studium zu absolvieren, aber sie und ihre Familien sind nicht in der Lage, dies zu finanzieren. Und so gehen viele Träume auf ihrem Lebensweg verloren. Nur eine anständige Ausbildung kann die Zukunft dieser jungen Menschen sichern“, so Sahunta.

Und er ist stolz darauf, dass sich so viele schon seinem Projekt angeschlossen haben, auch Passauer Prominente sind vertreten: „Von den Kindern aus Indien soll ich ein großes Danke an alle Spender und Vereinsmitglieder ausrichten, die es ermöglichen, ihnen einen Lebensweg einschlagen zu lassen, damit ihre Träume in Erfüllung gehen!“

Wer also an Weihnachten Gutes tun will, dessen Spende ist beim „Chandni Projekt“ richtig angelegt. Spenden kann man auf das Konto „Chandni Projekt“ bei der Raiffeisenbank im Landkreis Passau-Nord eG, IBAN DE23740627860100228885, Stichwort „Hilfe für Kinder in Indien“. Alle Infos unter www.chandni.de.


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