30.10.2017, 12:05 Uhr

Petition Katzenelend: Stadt Passau soll die Kastrationspflicht einführen

Geschundene Kreaturen, die einfach sich selbst überlassen werden und deshalb oft krank dahinsiechen. (Foto:Bettina Mittler)Geschundene Kreaturen, die einfach sich selbst überlassen werden und deshalb oft krank dahinsiechen. (Foto:Bettina Mittler)

Tierheim Passau startete eine Petition

PASSAU „Liebe Stadt Passau“, mit diesen Worten beginnt eine Petition pro Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen. Denn was etwa in Potsdam schon seit 2008 eingeführt wurde, scheint für die Dreiflüssestadt ein Problem zu sein. Und das führt wiederum zu einem Problem etwa für das Tierheim Passau.

„Täglich kommen Menschen zu uns, um Katzen abzugeben. Wir haben Katzen und damit auch Kosten ohne Ende – pro Katze sind es zwischen 50 und 100 Euro für die Kastration. Langsam wird es zuviel, finanziell können wir uns das bald nicht mehr leisten“, fleht Bettina Mittler vom Tierheim Passau. „Eine Katze geht, drei Neuzugänge kommen.“ Zusätzlich rücken Tierheim-Mitarbeiter mehrmals jährlich aus, um Lebendfallen zu installieren in denen die Katzen gefangen werden, um sie dann kastrieren lassen zu können.

Passau könnte Vorreiterrolle haben

Aus diesem Grund hat sie nun eine Petition für die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Freigängerkatzen gestartet. Denn die Katzenschwemme, die oft von den Bauernhöfen aus die Tierheime überflutet, nimmt katastrophale Ausmaße an. „Zu uns werden auch Katzen und Katzenbabys gebracht, bei denen die Augen total vereitert sind; andere haben sogar Fliegeneier in den Augen“, schildert Mittler das Horrorszenario.

Mit der Einführung einer Kastrationspflicht hätte Passau laut Mittler eine Vorreiterrolle. „Die Dreiflüssestadt könnte in Bayern die erste Stadt sein, die so eine Kastrationspflicht einführt. Außerhalb Bayerns gibt es dagegen schon einige Städte – z. B. in Potsdam eben –, in denen es selbige schon gibt. „Dabei kann jede Stadt und Gemeinde die Kastrationspflicht einführen“, weiß Bettina Mittler.

Auch diese Perserkatze wurde von aufmerksamen Menschen ins Tierheim gebracht. (Foto: Bettina Mittler)

Für die Tierheime würde das laut Bettina Mittler eine wesentliche Entlastung bedeuten und alle würden davon profitieren. Die Städte und Gemeinden müssten keine zusätzlichen Mitarbeiter abstellen, um die Durchsetzung der Kastrations- und Registrierpflicht zu kontrollieren, meint Mittler. „Tierschutzvereine sind bestens mit der Problematik vertraut und hätten mit dieser Regelung endlich die rechtliche Handhabe, entsprechende Verstöße zu melden. Bislang konnten Tierschützer und Tierärzte nur an Katzenhalter appellieren, ihre Tiere, denen Freilauf gewährt wird, kastrieren zu lassen, um die Überpopulation von Katzen nicht noch weiter wachsen zu lassen“, meint die Tierschützerin. „Mit der Kastrationspflicht könnten wir die betreffenden Personen dazu auffordern, der Verordnung nachzukommen, und eine mögliche Verweigerung der zuständigen Behörde melden. Es kommen also keine direkten Kosten auf die Stadt zu.“

800 haben Petition bereits unterschrieben

Rund 800 Unterschriften konnten über die Petition bereits gesammelt werden – davon gerade einmal rund 150 aus Passau. Bettina Mittler ist enttäuscht: „Es müssen unbedingt mehr Unterschriften werden, damit sich der Druck auf die Verantwortlichen erhöht und endlich jemand etwas tut.“

Weitere Informationen sind erhältlich unter www.openpetition/online/kastrations-und-kennzeichnungspflicht-fuer-freigaengerkatzen. Etwaige Spenden bitte an Sparkasse Passau, IBAN: DE24740500000240094904


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