16.12.2020, 16:53 Uhr

„Großartige Arbeit geleistet“ Impfzentrum des Landkreises Landshut ist startklar


Die Bauarbeiten sind weit fortgeschritten, die Möbel aufgebaut: Das Impfzentrum des Landkreises Landshut in Kumhausen-Preisenberg ist bereit für den Einsatz – sobald es einen Impfstoff gibt.

Kumhausen. Nach den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung und des Gesundheitsministeriums können hier bis zu 300 Personen täglich gegen das Corona-Virus geimpft werden, je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes. Dabei ist ein Betrieb von 8 bis 17 Uhr vorgesehen – und das sieben Tage die Woche.

Im „Einbahnstraßen-System“ melden sich die Patienten an einer zentralen Stelle an. Nach kurzem Aufenthalt in einem großzügigen Wartebereich, um die Abstände wahren zu können und Kontakte zu reduzieren, geht es weiter in eines der fünf Arztzimmer, in denen ein Mediziner mit seinem Patienten ein Aufklärungsgespräch zur Impfung führt und auch feststellt, ob das an diesem Tag überhaupt möglich ist – denn wer sich krank fühlt oder Fieber hat, der kann nicht geimpft werden, weil die Immunisierung eine zusätzliche Belastung für den Körper darstellt.

Sollte der Behandlung aber nichts im Wege stehen, wird der Patient in eine der Impfkabinen gebracht, ebenfalls fünf an der Zahl, wo dann die Vakzin-Spritze verabreicht wird. Im Anschluss muss sich der frisch Geimpfte in einem Ruheraum unter Aufsicht etwa 20 Minuten erholen, bevor er sich abmeldet. Diese Prozedur wird in Abhängigkeit vom verwendeten Impfstoff nach circa zwei bis vier Wochen später wiederholt, da zur erfolgreichen Immunisierung jeweils zwei Impfungen benötigt werden.

Bis zu fünf Ärzte pro Schicht, unterstützt durch medizinische Fachangestellte, sowie mehrere Verwaltungskräfte werden im Impfzentrum eingesetzt, um Beratungsgespräche zu führen, die Behandlung vorzunehmen, den Ablauf zu koordinieren und Termine zu vereinbaren. Der regionale Koordinierungs- und Versorgungsarzt Dr. Uwe Schubart aus Vilsheim, selbst Allgemeinmediziner, ist dabei für die Einteilung der Ärzte zuständig, wobei sich viele Mediziner im Ruhestand dazu bereit erklärt haben, am Impfzentrum ihren Dienst zu leisten.

Die medizinischen Fachangestellten, die hier tätig sein werden, wurden größtenteils über Zeitarbeitsfirmen rekrutiert, genauso wie das nötige Verwaltungspersonal. Der Impfstoff wird in Ultratiefkühlschränken aufbewahrt und in regelmäßigen Abständen von einem zentralen Lager in das Impfzentrum geliefert.

Da nach der deutschen und bayerischen Impfstrategie die Reihenfolge der Impfungen anhand einer Priorisierungsliste festgelegt wird, ist es nicht für Jedermann möglich, sich gleich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Leider sind noch keine weiteren Vorgaben seitens der Staatsregierung übermittelt worden, wie diese Priorisierung ausgestaltet und vorgenommen werden soll. Diese Informationen wird der Landkreis veröffentlichen, sobald die Modalitäten feststehen.

Hinzu kommen mobile Teams, die beispielsweise die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen impfen werden, die nicht an die Teststation kommen können. Das medizinische Personal in den Krankenhäusern soll vor Ort behandelt werden – sie gehören voraussichtlich mit zu der ersten Personengruppe, die im Zuge der Impfstrategie gegen SARS-CoV2 priorisiert geimpft werden kann.

Landrat Peter Dreier dankt dem Fachbereich Katastrophenschutz am Landratsamt, der innerhalb kürzester Zeit das Impfzentrum auf die Beine gestellt hat: „Unser Mitarbeiter haben hier wirklich großartige Arbeit geleistet“. Auch andere Sachgebiete wie etwa der kreiseigene Hochbau waren eine wertvolle Unterstützung, da das ehemalige Ladengebäude erst einmal für diesen neuen Zweck umgebaut werden musste.

Dabei unterstrich der Landrat aber noch einmal seine generelle Kritik an der Vorgabe der Staatsregierung, dass jeder Landkreis bzw. kreisfreie Stadt in Bayern ein Impfzentrum einrichten muss, obwohl auch die niedergelassenen Ärzte in ihren Praxen eine flächendeckende Struktur bieten würden, um schnell eine hohe Impfquote erreichen zu können. „Die Logistik zur Verteilung des Impfstoffes hätten wir sicherlich mit weniger Aufwand und Kosten organisieren können.“


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