15.10.2020, 16:26 Uhr

Mit Vollgas auf Jobsuche Sie ist fast blind, hat aber eine unendliche Lebensfreude

Immer ein Lächeln auf den Lippen und ein Strahlen im Gesicht: Kiany-Kiara Douglas lässt sich ihre riesige Freude am Leben – trotz vieler Rückschläge und die Fortbewegung mit einem Blindenstock – nicht nehmen.  Foto: GrießerImmer ein Lächeln auf den Lippen und ein Strahlen im Gesicht: Kiany-Kiara Douglas lässt sich ihre riesige Freude am Leben – trotz vieler Rückschläge und die Fortbewegung mit einem Blindenstock – nicht nehmen. Foto: Grießer

Nach vielen Augen-Behandlungen sieht Kiany-Kiara Douglas so gut wie nichts mehr. Die 21-Jährige hat aber ihren Optimismus und ihre Lebensfreude nicht verloren. Im Gegenteil: Voller Energie geht die junge Frau jetzt auf Jobsuche.

Landshut. Ein vermeintlicher Routineeingriff und die Behandlung mit Spritzen haben das Leben von Kiany-Kiara Douglas komplett verändert und auf den Kopf gestellt. „Im Februar 2019 haben die Augenprobleme begonnen“, erinnert sich die heute 21-Jährige. Doch die Behandlung und eine Operation im Dezember vergangenen Jahres brachten keine Erlösung von den Problemen: Sie waren erst der Beginn einer nicht enden wollenden Tortur, die noch nicht vorbei ist und immer schlimmer wird.

„Die Behandlung durch die Spritzen hat nichts gebracht. Im Gegenteil. Ich habe immer schlechter gesehen“, sagt Kiany-Kiara Douglas zum Wochenblatt. Die Ärzte hätten dann entschieden zu operieren und dabei die Trübungen zu entfernen. „Das hat aber leider nicht geklappt“, so die 21-Jährige. „Es wurde immer schlechter.“ Mittlerweile hat sich die Netzhaut am rechten Auge aufgelöst und „die Reizweiterleitung vom Auge zu den Nerven funktioniert nicht mehr. Auf dem rechten Auge sehe ich jetzt gar nichts mehr. Beim linken Auge wird es immer schlechter.“

Kiany-Kiara Douglas zuckt enttäuscht und verzweifelt mit den Schultern. „Das Traurige ist, dass ich bis heute nicht weiß, was mit den Augen wirklich los ist. Ich weiß nur, dass ich so gut wie nichts mehr sehe.“

Vor den Behandlungen habe sie Entzündungen und Schmerzen gehabt, „aber es war zumindest besser als jetzt“. Ihre letzte Hoffnung sei nun eine Behandlung bei einem Spezialisten in Regensburg. Kiany-Kiara Douglas: „Bis jetzt habe ich noch keinen Arzt gefunden, wer mir sagen kann, was das Problem mit meinen Augen ist.“ Die lebensfrohe, junge Frau ist zwar von den Ärzten bitter enttäuscht, will aber nicht verzagen. „Ich bin jetzt ein Jahr lang von Arzt zu Arzt gelaufen oder daheim herumgesessen. Das reicht jetzt!“

Darum will sich die 21-Jährige einen Blindenhund zulegen. Und: Kiany-Kiara ist auf der Suche nach einer Beschäftigung, einem Job. „Daheim fällt mir die Decke auf den Kopf. Mehr Quarantäne geht eigentlich nicht. Für mich als aktiven Menschen ist dies die Höchststrafe.“

Darum hofft sie auch, einen Beruf oder eine Tätigkeit zu finden. „Ich habe mich immer schon gerne mit Tieren beschäftigt. So etwas wäre mein größter Wunsch. Ich bin aber um jede Chance froh und probiere gerne etwas aus“, sagt die 21-Jährige zum Wochenblatt.

Dass sie dabei auf die Unterstützung der Familie und Freunde zählen kann, ist für sie eine enorme Beruhigung. Kiany-Kiara Douglas: „Ich werde nicht aufgeben und auf alle Fälle meine Lebensfreude behalten.“

Unternehmen oder Einrichtungen, die der 21-Jährigen unter Umständen eine Beschäftigung oder Tätigkeit bieten können, melden sich per E-Mail unter redaktion-la@wochenblatt.de


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