04.10.2020, 11:51 Uhr

Rund 100 Teilnehmer Polizei löst Party in Landshuter Asylbewerberheim auf

Die Landshuter Polizei hatte am Samstagabend reichlich zu tun.  Foto: 123rf.comDie Landshuter Polizei hatte am Samstagabend reichlich zu tun. Foto: 123rf.com

Großeinsatz am Samstagabend in Landshut: In einem Asylheim hat die Polizei eine Party mit rund 100 Teilnehmern aufgelöst, bei der die Corona-Regeln missachtet wurden.

Landshut. Über einen Notruf wurde die Einsatzzentrale in Straubing gegen 19 Uhr über die lautstarke Party informiert. Die ausgerückten Polizeistreifen stellten schließlich fest, dass im zweiten Obergeschoss der Unterkunft rund 100 Personen mit „überlauter Musik“ feierten, berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung. Viele der Personen waren laut Polizei zum Teil erheblich betrunken, in einem der Zimmer fanden die Beamten sogar einen Mann, der wegen seiner starken Alkoholisierung bewusstlos wurde. Für ihn wurde ein Notarzt alarmiert.

Zusammen mit Dienstkräften der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei wurde die Party aufgelöst – „zum Eigenschutz der Bewohner“, wie das Polizeipräsidium Niederbayern in einer Pressemitteilung schildert. Denn die Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie seien nicht eingehalten worden.

Außerdem seien über 20 Partygäste des Gebäudes verwiesen worden – denn sie durften gar nicht im Asylheim sein. Ein Polizeisprecher erklärte: „Die kamen von überall her – teils auch aus Straubing und Passau.“ Sie seien des Platzes verwiesen worden, außerdem komme eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs auf sie zu.

Nicht alle Bewohner des Asylbewerberheims zeigten sich mit der Auflösung der Party einverstanden. „In vielen Gesprächen mit den Bewohnern versuchten die Landshuter Beamten, für die Einsatzmaßnahmen Verständnis zu bekommen“, berichtet die Polizei. In einem Fall mussten Beamte eigenen Angaben zufolge aber auch Zwang anwenden, da sich ein betrunkener Bewohner auch nach mehrmaliger Ansprache und Aufforderung „nicht vorschriftmäßig verhalten wollte“. Er wurde in Gewahrsam genommen. Gegen 21.15 Uhr hatte sich die Lage wieder beruhigt und die Polizei konnte abrücken. Die Polizei ermittelt gegen die Partyteilnehmer auch wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetzes.


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