11.09.2020, 08:26 Uhr

Landshuter gibt nicht auf „All in“: Tanzlehrer Tom setzt alles auf eine Karte

Tanzlehrer Tom Ebert hat in der Corona-Krise kräftig investiert.  Foto: GrießerTanzlehrer Tom Ebert hat in der Corona-Krise kräftig investiert. Foto: Grießer

Er hat den Glauben ans Tanzen und an seine Tanzschule nicht verloren. Im Gegenteil: Tom Ebert – Tanzlehrer aus Leidenschaft – hat seine Altersvorsorge aufgelöst und kräftig in seine Unternehmen investiert.

Landshut/Vilsbiburg. Tom Ebert musste sich vor wenigen Wochen entscheiden: aufgeben und zusperren. Oder alles auf eine Karte setzen, investieren und in die Offensive gehen. „Ich bin Optimist und davon überzeugt, dass das Tanzen überleben wird.“ Darum hat der „Tanzlehrer aus Leidenschaft“ seine Altersvorsorge, in die er 20 Jahre eingezahlt hatte, jetzt aufgelöst. Mit dem Geld konnte seine Tanzschule „Toms Tanz Tempel“ während des Lockdowns überleben. Zudem hat der 50-Jährige viel Geld in die Zusammenlegung mit dem „Ballhaus Vilsbiburg“ gesteckt.

Dabei hat das Corona-Virus extrem an der Existenz von Toms Tanz Tempel gerüttelt. Ebert zum Wochenblatt: „Im vergangenen Jahr hatte ich erst 40.000 Euro in die Tanzschule gesteckt und grundlegend renoviert. Als im März das Corona-Virus und der Einbruch kamen, war das ein riesiger Schock. Es sind über Nacht alle Einnahmen weggebrochen.“

Da fast keine Hochzeiten mehr stattgefunden haben, seien im ersten Halbjahr quasi alle Paarkurse weggefallen. Genauso wie die Tanzkurse von Schulen, die traditionell eine regelmäßige Einnahme für eine Tanzschule sind. Ebert: „Wir sind mit leeren Geldsäcken und ohne Vorräte in die Sommerpause gegangen.“

Mit den aktuellen Vorgaben der Regierung konnte sich Ebert arrangieren. Aus zwei Tanzräumen in Landshut wurde einer, in dem mit entsprechendem Mindestabstand zu anderen Paaren getanzt werden kann. Bis zu 15 Paare finden dort ihren Platz. „Wir haben hier sehr vernünftige Leute, das klappt sehr gut. Die Tanzpaare bleiben auf Distanz.“ Man halte sich selbstverständlich an die behördlichen Vorgaben, „schließlich müssen wir den Betrieb am Laufen halten. Wir müssen schauen, dass wir überleben.“ Deshalb könnten alle Tanzfreudigen ohne Angst zum Tanzen gehen.

Zumal nur die allerwenigsten Kurse ausgebucht seien. „Aktuell liegen wir bei etwa 30 Prozent der normalen Zahlen“, so Tom Ebert. „Bis zum Jahreswechsel muss es allerdings wieder halbwegs normal laufen, sonst wird es verdammt eng.“

Durch die Investition ins „Ballhaus Vilsbiburg“ habe er – zusammen mit Dieter Raab – nun die Möglichkeit, an zwei Orten unterrichten zu können. Selbst bei einem positiven Corona-Fall in einer Tanzschule könnte in der anderen weiter unterrichtet werden. „Wir beiden Tanzlehrer haben keinen direkten Kontakt, Dieter ist in Vilsbiburg, ich in Landshut.“ So könne der Betrieb immer aufrecht erhalten werden.

Solche Möglichkeiten und einen derart großen Mut wie Tom Ebert haben aber nicht alle Tanzschulen. „Beim Verband rechnet man damit, dass 2021 ein Viertel der Tanzschulen nicht mehr aufsperren wird.“ Ebert und sein Kompagnon geben alles dafür, bei den übrigen drei Vierteln dabei zu sein.


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