26.07.2020, 11:00 Uhr

„Das System funktioniert“ JVA Landshut hat das Corona-Virus unter Kontrolle


Die Quarantäne-Abteilung im Landshuter Gefängnis hat sich bewährt: Der positiv getestete Häftling wurde sofort erkannt und isoliert. JVA-Leiter Andreas Stoiber ist zufrieden, dass die Vorsichtsmaßnahmen gefruchtet haben.

Landshut. Mitte Juli hat das Corona-Virus auch die Justizvollzugsanstalt erreicht. „Das hätten wir uns natürlich gerne erspart und hat uns ziemlich überrascht“, sagt Andreas Stoiber, Leiter der JVA Landshut. Allerdings hat man in Berggrub seit Beginn der Pandemie umfangreiche Maßnahmen getroffen, um eben auf solch einen Fall vorbereitet zu sein. Stoiber zum Wochenblatt: „Dieser erste Fall hat gezeigt, dass unser System funktioniert.“

In der JVA wurde „eine vorgeschaltete Zugangsabteilung“ installiert, in der alle „Neuzugänge“ routinemäßig auf Corona getestet werden. Stoiber: „Erst wenn diese Tests zweimal negativ ausfallen, kommen die Häftlinge in die jeweilige Abteilung.“

Durch diese „Abschottung nach außen“, wie es der JVA-Leiter bezeichnet, wolle man ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Häftlinge und die Bediensteten erreichen. „Wir können zudem einen normalen Tagesablauf im restlichen Haus erreichen.“

Jeder Neuankömmling werde zunächst so behandelt, als habe er das Virus. Die JVA-Mitarbeiter treten im eigens eingerichteten Zugangsbereich konsequent in Schutzkleidung auf.

Der positiv auf Corona getestete Inhaftierte befinde sich, so Andreas Stoiber derzeit noch in der Quarantäne-Abteilung und werde regelmäßig getestet. Erst nach Rücksprache mit den Ärzten und dem Gesundheitsamt werde dieser in der Einrichtung weiter verlegt. Stoiber: „Es wäre fatal, würde das Virus das übrige Haus erreichen. Gerade in den Werkstätten könnte sich Corona ausbreiten.“ Dies wolle man natürlich mit allen Mitteln verhindern.

Sollte dies allerdings doch noch passieren, habe man in der JVA Landshut den Pluspunkt, über eine hohe Quote an Einzelhafträumen zu verfügen. Stoiber: „Die Häftlinge dürften dann ihre Zelle nicht verlassen.“ Die Justizvollzugsanstalt in Berggrub hat eine Kapazität von 515 Häftlingen. Derzeit befinden sich rund 400 Inhaftierte dort.


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