17.07.2020, 13:39 Uhr

Parkgebühren in Landshut Das Nikolaviertel ist erst der Anfang


Allgemeine Verunsicherung im Nikolaviertel. Die Entscheidung des Verkehrssenats, dass das Parken dort bald nur mehr kostenpflichtig möglich sein wird, hat bei Anwohnern und Unternehmern großes Stirnrunzeln hervorgerufen.

Landshut. „Wir wissen noch nichts Genaues“, sagt Holger Braune, Leiter des Straßenverkehrsamts. Aber genau diese Ungewissheit treibt den Bürgern die Schweißperlen auf die Stirn.

Manfred Keilwerth, Inhaber der Bäckerei Wackerl, fühlt sich ziemlich im Stich gelassen. „Wo wollen denn die vielen Angestellten parken?“ Allein in seiner Filiale in der Äußeren Regensburger Straße seien rund zehn Mitarbeiter betroffen. Denen sei es in seinen Augen nicht zumutbar, täglich ein Tagesticket für fünf Euro – so die Planungen der Stadt – zu ziehen.

Kopfschütteln löst bei ihm die Planung aus, für Unternehmen keine gesonderten Parkgenehmigungen – wie für Anwohner – auszustellen. Braune zum Wochenblatt: „Es wird Bewohner-Parkzonen und Sonderparkgenehmigungen für Anwohner geben. Für Firmen sind derartige Ausnahmeregelungen jedoch nicht vorgesehen.“ Die Unternehmen müssten eben versuchen, ob sie für die Mitarbeiter nicht alternative Flächen zur Verfügung stellen könnten.

Keilwerth daraufhin: „Für meine Filiale in der Neustadt habe ich eine Sonderpark-Genehmigung, fürs Nikolaviertel soll das aber nicht gehen. Wer soll das verstehen?“

Zumal im Nikolaviertel insgesamt alle rund 1.900 Parkplätze vom neuen Parkraum-Konzept betroffen sein werden. Braune: „Jeder Stellplatz im Nikolaviertel, der nicht privat ist, wird künftig bewirtschaftet.“ Schließlich habe eine Analyse ergeben, dass rund 30 Prozent der Parkplätze von Dauerparkern über mehrere Tage belegt seien. „Dem wollen wir entgegenwirken“, so Braune weiter. „Unser Ziel ist es , dass die Bürger noch stärker den ÖPNV nutzen.“

Wackerl-Chef Manfred Keilwerth schmunzelt: „Meine Verkäuferinnen fangen um 5 Uhr an. Welcher Stadtbus fährt denn da schon? Und: Ich verstehe es auch sehr gut, dass die Mitarbeiterinnen Angst haben, morgens im Dunkeln mit dem Rad zu fahren. Die Stadt sollte hier schon eine für alle Seiten vernünftige Lösung suchen.“

Straßenverkehrsamts-Leiter Holger Braune kann dem Unternehmer jedoch nur wenig Hoffnung machen. „Trotz der 1.900 Stellplätze herrscht im Nikolaviertel der mit Abstand größte Parkdruck der Stadt – danach folgt erst der Bahnhof.“ Und hier gebe es eben auch die meisten Probleme.

Allerdings gibt Braune zu bedenken, dass die Umsetzung des Parkraum-Konzeptes für das Nikolaviertel in seinen Augen noch rund ein Jahr dauern werde. „Wir werden unsere Ergebnisse zur nächsten Sitzung des Verkehrssenats im Oktober vorlegen.“ Bis die rund 50 bis 60 Parkautomaten und die entsprechenden Schilder aufgestellt seien, werde es sicherlich Mitte 2021 werden. „Bis dahin gilt es auch, die vielen Detailfragen zu klären.“

Feststeht für Holger Braune jedoch, dass das Nikolaviertel erst der Anfang der künftigen städtischen Parkraum-Bewirtschaftung sei und weitere Stadtviertel folgen werden. „Langfristig werden wohl irgendwann alle Parkplätze der Stadt bewirtschaftet werden. So wie es zum Beispiel auch München macht. Da hat man sich auch daran gewöhnt.“


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