09.06.2020, 16:13 Uhr

Mehr Hilfe für Erzieherinnen FFP2-Masken sollen in Kitas besseren Schutz bieten

Kinderpsychiaterin Dr. Friederike Soldo hofft auf mehr Schutzmaßnahmen in Kindergärten und Kindertagesstätten.  Foto: privatKinderpsychiaterin Dr. Friederike Soldo hofft auf mehr Schutzmaßnahmen in Kindergärten und Kindertagesstätten. Foto: privat

In Kindergärten und Kindertagesstätten muss bei der weiterhin anhaltenden Sorge vor der Ansteckung mit CoV-19 der Schutz von Erzieherinnen und Kindern an erster Stelle stehen. Die Landshuter Kinderpsychiaterin Dr. Friederike Soldo plädiert deshalb für einen flächendeckenden Einsatz von FFP2-Masken.

Landshut. Die Kinderpsychiaterin Dr. Friederike Soldo fordert mehr Unterstützung für Erzieherinnen und Erzieher: „In meinem Praxisalltag habe ich zuletzt häufig beobachtet, dass bei vielen Erzieherinnen eine sehr große Unsicherheit bezüglich einer möglichen Ansteckung durch Kinder besteht. Das ist ein untragbarer Zustand und sowohl für Erzieherinnen, Kinder und Eltern extrem belastend.“

Die Kinder seien aufgrund der Zurückhaltung ihrer Erzieherinnen unter Umständen irritiert. Sie wüssten ja nicht, dass die Erzieherinnen Angst vor dem Virus und nicht vor den Kindern selbst haben. „Solange die Wissenschaft noch keine belastbaren Ergebnisse hinsichtlich der Ansteckungsgefahr durch Kinder liefert, ist es aus meiner Sicht unerlässlich, alle Erzieherinnen mit FFP2-Masken auszustatten, um sowohl das Personal in den Kindertagesstätten, als auch die Kinder bestmöglich zu schützen und einen vertrauensvollen Umgang miteinander zu gewährleisten“, erläutert Dr. Soldo.

An der frischen Luft solle dagegen so oft wie möglich ohne Maske gearbeitet werden, um die Mimik der Fachkräfte in der Kommunikation sichtbar werden zu lassen. Während ein einfacher Mund-Nasenschutz nur Tröpfchen oder bestenfalls größere Aerosole abfange, filtere die FFP2-Maske, die bisher hauptsächlich dem Gesundheitspersonal vorbehalten war, auch kleine Aerosole und würde im praktischen Einsatz in der Kita Erzieherinnen und Kindern adäquaten Schutz bieten.

In Nordrhein-Westfalen habe die dortige Landesregierung bereits angekündigt, die Jugendämter als „Starthilfe“ für den Wiederbetrieb der Kitas mit zwei Millionen FFP-2-Masken für den Arbeitsschutz der Erzieherinnen auszustatten. Auch in einigen Kommunen gebe es bereits derartige Initiativen. Problematisch seien aber die unterschiedlichen Vorgaben von Bund, Ländern und den Trägern der Kitas, die für Verwirrung sorgen. „Genau wie im Gesundheitswesen fordere ich auch für das Personal in den Kindertagesstätten notwendige Standards zum Schutz vor Viren“, appelliert Dr. Friederike Soldo.


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