26.02.2020, 07:34 Uhr

Hohe Zahl an Erkrankungen Kein Corona-Fall – aber die Grippe schlägt im Raum Landshut gewaltig zu

Grippewelle im Raum Landshut – und die Influenza-Fälle sollen sogar noch weiter zunehmen. Foto: alexraths/123rf.comGrippewelle im Raum Landshut – und die Influenza-Fälle sollen sogar noch weiter zunehmen. Foto: alexraths/123rf.com

Im Raum Landshut übersteigen die Zahlen der Grippekranken sogar die Rekordsaison 2017/2018.

Landshut. Das Corona-Virus, das seinen Ursprung in China hat, ist auf dem Vormarsch: Weltweit wurden bislang über 80.000 Fälle gemeldet, 2.700 Menschen sind verstorben. Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums waren in Deutschland bis Dienstag (25. Februar) 16 laborbestätigte Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 bekannt, 14 davon in Bayern. „Die meisten Personen sind bereits wieder gesund und aus der Klinik entlassen. Auch die übrigen Patienten sind auf dem Weg der Besserung“, heißt es vom Ministerium. In der Nacht auf Mittwoch (26. Februar) wurden zwei weitere Fälle (Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg) gemeldet.

Jüngst gab es in Italien einen massiven Ausbruch mit über 200 Infizierten und bislang sieben Todesopfern. Mit der Coronavirus-Lage in Italien befasste sich Anfang der Woche der zuständige Arbeitsstab des bayerischen Gesundheitsministeriums. Das Gremium bereitete das Vorgehen der Gesundheitsbehörden für den Fall möglicher Infektionen von Reisenden vor, die aus Italien zurückkehren. Wer in Italien mit einem Coronavirus-Fall persönlichen Kontakt hatte, sollte sich umgehend an sein Gesundheitsamt wenden.

Angesichts der Entwicklung in Italien wird damit gerechnet, dass sich das Coronavirus auch in Deutschland ausbreiten kann. „Durch die Lage in Italien ändert sich auch unsere Einschätzung der Lage: Corona ist als Epidemie in Europa angekommen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz in Berlin, „deshalb müssen wir damit rechnen, dass sie sich auch in Deutschland ausbreiten kann.“ Dennoch: „Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung schätzt das Robert Koch-Institut aktuell weiterhin als gering ein“, meldet das Bundesgesundheitsministerium.

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat bekannt gegeben, dass man im Freistaat durch die Task Force Infektiologie gut vorbereitet sei: Ablauf der Meldewege im Krankheitsverdachtsfall oder die Ermittlung von Kontaktpersonen seien genau geregelt. Die Behörden stünden dabei in engem Kontakt mit dem Bund und den anderen Bundesländern.

Im Raum Landshut ist bislang keine Infektion mit dem Corona-Virus bekannt. Gleichzeitig sind die örtlichen Gesundheitsbehörden für den Erstfall gerüstet. Es existierten Notfallpläne, die Fragen wie Unterbringung oder Isolation von Patienten regeln, sagt die Pressesprecherin des Landratsamts, Carina Weinzierl, zum Wochenblatt. Und weiter: „Man ist vorbereitet.“

Während die Verbreitung des Corona-Virus die öffentliche Debatte dominiert, ist eine ebenso gefährliche Infektionskrankheit etwas in den Hintergrund gerückt: die Grippe. Doch die Influenza wütet. Laut jüngsten Angaben des Robert Koch Instituts haben sich deutschlandweit seit Herbst etwa 80.000 Menschen infiziert, 130 Personen sind bereits gestorben.

Auch im Raum Landshut hat die Influenza im Februar an Dynamik gewonnen: In Stadt und Landkreis seien bis Anfang dieser Woche „ziemlich hohe Zahlen“ gemeldet worden, heißt es vom örtlichen Gesundheitsamt. Konkret: Die Fallzahlen übersteigen mit 881 bestätigten Infektionen (bis Ende KW 08) sogar die Zahlen der Grippewelle 2017/2018 (damals gab es zum selben Zeitpunkt 674 Fälle).

Die Spitze bei den Grippe-Erkrankungen ist längst nicht erreicht, da in der Faschingszeit mit einer Zunahme der Ansteckungen gerechnet wird. „Der Höhepunkt steht uns wohl noch bevor“, so Weinzierl.


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