07.02.2020, 14:07 Uhr

Residenz Landshut Sanierung der Dächer und Fassaden hat begonnen

Die Fassaden der Landshuter Residenz sind bereits eingerüstet, kommende Woche wird der Hochbaukran aufgebaut. Foto: Staatliches Bauamt LandshutDie Fassaden der Landshuter Residenz sind bereits eingerüstet, kommende Woche wird der Hochbaukran aufgebaut. Foto: Staatliches Bauamt Landshut

Die Arbeiten zur Sanierung der Landshuter Stadtresidenz sind angelaufen.

Landshut. Das Fundament für den Kran in der Ländgasse ist betoniert, der Gerüstbauer schon vor Ort, und der Zimmerer verkleidet bereits Treppen und Aufgänge: Es ist unübersehbar – die ersten, vorbereitenden Arbeiten zur Dach- und Fassadensanierung der Landshuter Stadtresidenz sind angelaufen. In der kommenden Woche wird ein Hochbaukran aufgebaut, dazu ist die Ländgasse von 12. bis 14. Februar im oberen Teil gesperrt.

Von der Theaterstraße (Höhe C&A) bis zum Torbogen der Stadtresidenz ist für den Verkehr kein Durchkommen möglich. Der Bereich zwischen Apothekergasse und Residenzbogen ist auch für Fußgänger dicht. Das Staatliche Bauamt Landshut und die Bayerische Schlösserverwaltung bitten Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis.

Der erste Bauabschnitt der Maßnahme ist bis Ende 2021 angelegt. Mit dem Beginn der Landshuter Hochzeit im kommenden Jahr sollen die Arbeiten am Dach des italienischen Baus beendet sein. Er erhält eine neue Dachdeckung und Schäden am Dachtragwerk werden ausgebessert. Die Westfassade wird umfassend restauratorisch überarbeitet. Auch das Dach der Hofküche wird saniert. Weiter soll im Bereich der Alten Schmiede (ehemalige Sauna) in der Hofstallung eine Baugrundsicherung erfolgen. Der Kran wird auch während der Landshuter Hochzeit stehen bleiben. Er wird für die Dächer der Hofstallung benötigt. Diese werden im Anschluss an den Italienischen Bau saniert. Insgesamt investiert der Freistaat Bayern bis Ende 2021 rund 21 Millionen Euro in die Sanierung.

Bei der Ertüchtigung der Dachtragwerke sollen unter anderem die ursprüngliche statische Wirkung wiederhergestellt, Verbindungen repariert und verfaulte Hölzer ausgetauscht werden. Die Dachtragwerke sollen durch eine Erneuerung der Dachhaut dauerhaft vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang der Restaurierung der historischen Verblechungen im Bereich der Traufen und Dacheindeckungen. Während der Landshuter Hochzeit sollen mit Ausnahme des Kranstandorts in der Ländgasse die Gebäude und Höfe der Stadtresidenz öffentlich zugänglich und frei von Gerüsten sein.

Die Stadtresidenz Landshut wurde von Herzog Ludwig X. von Bayern im 16. Jahrhundert als Palastbau errichtet. Sie gilt als frühestes, sich auf italienische Vorbilder beziehendes Werk der Renaissancearchitektur nördlich der Alpen. Die Säle des italienischen Baus mit bedeutenden Bilderzyklen und Stuckarbeiten an den Kassettendecken sind einzigartig. Veränderungen erfuhr die Stadtresidenz, als sie 1780 bis 1799 als Hofhaltung des Pfalzgrafen Wilhelm von Birkenfeld-Gelnhausen diente. Damals erhielt die Fassade zur Altstadt ihr klassizistisches Aussehen, das sie bis heute prägt.


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