27.11.2019, 14:17 Uhr

Schlimmer Gewaltexzess im Eisstadion „Die hatten kein Interesse an Eishockey, sondern nur an Krawall“

Massiver Polizeieinsatz am Dienstag im Landshuter Eisstadion (Archivfoto) (Foto: Sobolewski)Massiver Polizeieinsatz am Dienstag im Landshuter Eisstadion (Archivfoto) (Foto: Sobolewski)

Am Rande des DEL2-Spiels zwischen dem EV Landshut und den Ravensburg Towerstars ist es im Landshuter Eisstadion zu schweren Krawallen gewaltbereiter Chaoten gekommen.

LANDSHUT Das Zweitligaspiel des EV Landshut gegen die Ravensburg Towerstars (1:3) am Dienstagabend (26. November) ist von schweren Krawallen überschattet worden.

Nach Polizeiangaben hatten sich extra für das Spiel gewaltbereite Anhänger aus dem Raum Aalen (sympathisieren mit dem EVL) und Heidenheim (sympathisieren mit Ravensburg) auf den Weg nach Niederbayern gemacht. Die Polizei war für das Hochsicherheitsspiel vorbereitet: „Wir waren mit starken Kräften vor Ort“, so ein Sprecher zum Wochenblatt. Schon während der Partie war es immer wieder zu Provokationen und Beschimpfungen unter den rivalisierenden Gruppen gekommen.

Nach Spielschluss eskalierte die Situation: Nach derzeitigem Kenntnisstand wollten größtenteils Aalener Chaoten, unterstützt von ehemaligen EVL-Ultras, den Gästeblock stürmen. Die Anhänger sollen vermummt gewesen sein. Ein massives Aufgebot an Polizei und privaten Sicherheitskräften konnte die Angreifer aufhalten. Dabei wurden Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. An dem Gewaltexzess waren auf beiden Seiten etwa 40 Personen beteiligt. Ein Polizeisprecher sagt: „Die hatten kein Interesse an Eishockey, sondern nur an Krawall.“

Dabei hatten die Ordnungshüter mit einem besonderen Problem im Landshuter Eisstadion zu kämpfen: „Eine bauliche Trennung zwischen den Fanblöcken ist aus polizeilicher Sicht mehr als wünschenswert“, so ein Sprecher zum Wochenblatt. Die eingesetzten Beamten seien am Dienstagabend zwischen den gewaltbereiten Anhängern „als Prellbock missbraucht“ worden.

Die Identität der an der Eskalation beteiligten Männer konnte ermittelt werden. Darunter sollen sich auch verschiedene polizeibekannte Chaoten befinden. Ein Polizeisprecher: „Wir kennen unsere Pappenheimer.“ Es wurden Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs aufgenommen. Nach Polizeiangaben wurden bei den heftigen Auseinandersetzungen ein Zivilbeamter sowie ein Security-Mitarbeiter verletzt.

Vor dem Stadion am Gutenbergweg kam es nach Augenzeugenberichten im Lauf des Abends zu weiteren Auseinandersetzungen von Problemfans mit Sicherheitskräften. Dabei sollen auch EVL-Fans aufeinander losgegangen sein.

Die Partie zwischen Landshut und Ravensburg war im Vorfeld als Risikospiel eingestuft gewesen. Bei den Begegnungen beider Clubs war es in der Vergangenheit bereits zu heftigen Auseinandersetzungen der Fanlager gekommen, auch beim Hinspiel im Oktober in Ravensburg hatte es Ausschreitungen gegeben.

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