30.10.2019, 13:29 Uhr

Protest gegen die Surfwelle in Landshut „Wird die Isar jetzt zum Disneyland?“

An der Einmündung des Hammerbaches in die Kleine Isar soll ein Surfspot entstehen. Foto: GrießerAn der Einmündung des Hammerbaches in die Kleine Isar soll ein Surfspot entstehen. Foto: Grießer

Verein Flusswelle will Surfstation in Landshut installieren, doch die Anwohner gehen auf die Barrikaden!

LANDSHUT Der Verein „Flusswelle Landshut e.V.“ möchte an der Isar eine Surfstation installieren. „Idealerweise an der Einmündung des Hammerbachs in die Kleine Isar“, wie der 2. Vorsitzende Björn Rautenberg in einer Pressemitteilung erklärt. „Wir wollen das Erfolgsmodell Flusswelle endlich auch in Landshut etablieren und damit unseren Beitrag zu einer lebendigen Stadt am Fluss leisten“, sagt 1. Vorsitzender Michael Amler.

Allerdings stößt diese Idee eines Surfspots (wie am Münchner Eisbach) nicht überall auf große Gegenliebe. Die Nachbarn gehen jetzt auf die Barrikaden. „Wir, als unmittelbar betroffene Anwohner, wollen unseren vehementen Widerstand ankündigen“, heißt es in einem Schreiben, das dem Wochenblatt vorliegt. „In den letzten Jahren waren wir aufgrund der Bauarbeiten am Kraftwerk Maxwehr schon extremen, bis zu gemessenen 70 Dezibel ausgesetzt.“

Nachbarin Franziska Z. (Name geändert) zum Wochenblatt: „Wir sehen überhaupt keine Notwendigkeit, hier – in einem Wohngebiet – eine solche Surfstation entstehen zu lassen.“ Die Anwohner sehen die große Gefahr von übermäßigem Lärm durch das Rauschen und die Surfer sowie ausufernden Partys gepaart mit jeder Menge Müll. „An schönen Tagen sind hier jetzt schon viele junge Leute, die ihren Müll einfach liegen lassen. Das muss doch nicht noch gesteigert werden. Wird die Isar jetzt zum Disneyland?“

Zudem wehren sich die Anwohner „gegen eine künstliche Verbauung des Hammerbaches mit Steinen und den Einbau einer Klappe, um künstlich Wellen und somit erneut Lärm zu erzeugen“. Franziska Z. weiter: „Es wurden schon jetzt Steine versetzt, um die Fließgeschwindigkeit und -richtung des Wassers zu beeinflussen und den Einstieg der Surfer, die hier schon mehrfach waren, ins Wasser zu erleichtern. Unseres Wissens ist das gar nicht erlaubt.“

Ein weiterer großer Kritikpunkt der Nachbarn ist der Eingriff in die Natur: „Dieser Fun in der Isar passt nicht zum Naturschutz“, sagt Anwohner Konrad J. (Name geändert). „Hier nisten Vögel in der Böschung, Eisvögel und Biber waren schon zu sehen.“ Ferner befinde sich im Bereich der Einmündung – „nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes“ – ein großer Kolk (wassergefüllte Vertiefung), wo Fische, speziell Huchen, ihr Zuhause hätten. Die Anwohner wollen sich mit Händen und Füßen gegen die Surfstation wehren und haben bereits knapp 40 Unterschriften aus der direkten Nachbarschaft gegen das Vorhaben gesammelt. Darüber hinaus sei es schade, dass sich bislang noch niemand vom Verein bei den Nachbarn gemeldet und den Kontakt gesucht habe. Es stelle sich die Frage, ob eine Surfstation für den Spaß einiger weniger tatsächlich notwendig sei, wenn Anwohner und Natur darunter zu leiden hätten.


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